Martin Niemöller: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. -Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
Ein Lunar-Return ist keine nette kleine Zugabe, sondern bei Nachtgeburten eine der präzisesten und mächtigsten Vorhersagetechniken der gesamten Astrologie. Weil dein Sektherrscher der Mond ist und er bei dir zusätzlich angular im 10. Haus mit Mars und Saturn steht, reagierst du auf jede Mond-Rückkehr wie auf einen persönlichen Neustart. Die meisten Menschen spüren ihren Lunar als leichte Stimmungsveränderung – du spürst ihn oft wie einen kleinen Erdbeben.
Der Lunar-Mond ist der absolute König des Radix. Bei Nachtgeburten ist er nicht nur „die Gefühle“, sondern der offizielle Chart-Herrscher. Alles andere ordnet sich ihm unter.
Welches Haus besetzt er im Lunar? → Das ist das zentrale Lebensthema der nächsten vier Wochen. Bei dir aktuell 2. Haus = Selbstwert, Geld, eigene Ressourcen, Talente, das, was du „besitzt“ (auch körperlich und emotional).
In welchem Zeichen steht er? → Die Art und Weise, wie dieses Thema gefühlt und gelebt wird (bei dir Jungfrau = präzise, dienend, perfektionistisch, gesundheits- und arbeitsbezogen).
Welche Aspekte macht der Lunar-Mond? → Jeder enge Aspekt (besonders < 3°) zeigt konkrete Ereignisse oder innere Konflikte.
Der Hauswechsel des Mondes zwischen Radix und Lunar ist der stärkste Veränderungsindikator Dein Radix-Mond steht im 10. Haus → dein Lebensthema ist „ich muss mich in der Öffentlichkeit/Beruf nützlich und perfekt fühlen“. Im aktuellen Lunar steht er im 2. Haus → die gesamte emotionale Energie wird jetzt umgeleitet auf „ich muss mich materiell und wertmäßig sicher fühlen“. Das ist eine riesige Umschaltung – du wirst spüren, wie dich berufliche Perfektion plötzlich weniger interessiert als die Frage „Was bringt mir das eigentlich ein?“
Der Lunar-Aszendent und sein Herrscher zeigen die „Rolle“, die du in diesem Monat spielst Aktuell 3°10′ Löwe → du betrittst die Bühne wie ein König. Die Menschen reagieren auf dich mit Respekt, Aufmerksamkeit und oft auch Bewunderung. Herrscher der Aszendent ist die Sonne → wo steht die Lunar-Sonne? Im 4. Haus Skorpion → du spielst die Rolle des mächtigen, selbstbewussten Löwen, aber deine Energie tankst du tief aus der Familie, aus dem Zuhause, aus alten emotionalen Tiefen.
Das Lunar-MC und sein Herrscher zeigen, wie du öffentlich wahrgenommen und erfolgreich wirst Aktuell 9° Widder → du wirst als Pionier, Mutiger, Schneller gesehen. Herrscher Mars steht im 5. Haus Schütze → der Weg nach oben führt über Kreativität, Selbstausdruck, Risikobereitschaft, Spiel, Romance, Dinge, die dir wirklich Spaß machen. Das ist bei dir extrem selten so klar – normalerweise dominiert dein Jungfrau-Stellium Pflichterfüllung. Jetzt sagt der Lunar: „Erfolg kommt, wenn du dich traust, groß, leidenschaftlich und spielerisch zu sein.“
Planeten im 1. Haus des Lunars Sind die stärksten persönlichen Einflüsse. Aktuell ist das 1. Haus leer → die gesamte Energie fließt über den Aszendent-Herrscher (Sonne). Das macht den Monat sehr „rein“ – du bist wirklich du selbst, ohne Fremdeinflüsse.
Die Lunar-Sonne Zeigt, wo deine bewusste Energie und Vitalität hingeht. Bei dir Skorpion 4. Haus → du bist äußerlich Löwe-König, aber innerlich gräbst du tief in familiären, emotionalen, wurzelbezogenen Themen. Oft kommen Kindheitserinnerungen hoch, es kann um Immobilien, Umzüge oder das Verhältnis zu den Eltern gehen.
Der Mond-Herrscher (bei Jungfrau-Mond = Merkur) Gibt die „Arbeitsweise“ deiner Emotionen an. Merkur steht aktuell im 5. Haus Schütze → deine Gefühle und Bedürfnisse werden kreativ, optimistisch, abenteuerlustig verarbeitet. Du denkst und fühlst groß, nicht kleinlich.
Enge Konjunktionen oder Aspekte zwischen Lunar- und Radix-Planeten Sind die konkretesten Ereignis-Trigger. Beispiele für deinen aktuellen Lunar:
Lunar-Mars 8° Schütze liegt nur 5° von deiner Radix-Sonne 20° Schütze entfernt → enorme Energie und Initiative für alles, was mit deiner Persönlichkeit zu tun hat
Lunar-Pluto 3° Wassermann steht exakt auf deinem Radix-Merkur/Jupiter 2°–3° Wassermann → radikale Umwandlung deiner Denk- und Wertstrukturen (das läuft schon seit 2024, wird aber jetzt emotional spürbar)
Besetzte Häuser im Lunar
Haus (Skorpion) stark besetzt → Familie, Zuhause, innere Basis
Haus (Schütze) stark → Kreativität, Freude, Selbstausdruck
Haus (Fische) Saturn + Neptun → ernste Themen bei gemeinsamen Finanzen oder Intimität
Haus Jupiter rückläufig → innere Weisheit durch Rückzug
Spezielle Regel für Sukzedenthäuser (2-5-8-11) Wenn der Lunar-Mond in ein Sukzedenthäuser fällt (wie jetzt dein 2. Haus), dreht sich der Monat fast immer um Ressourcen, Geld, Talente und Selbstwert. Das ist bei dir jetzt extrem klar aktiviert.
Zusammengefasst – die Essenz deines aktuellen Lunars in einem Satz
Du spielst vier Wochen lang den selbstbewussten, strahlenden Löwen-König (AC Löwe), dein Erfolg und deine öffentliche Anerkennung kommen über Kreativität und Leidenschaft (MC Widder + Mars im 5.), aber dein tiefstes emotionales Bedürfnis (Sektherrscher Mond im 2. Haus Jungfrau) ist, dich endlich wirklich wertvoll, finanziell abgesichert und talentiert zu fühlen – und genau das wird dir jetzt auf dem Silbertablett serviert, wenn du dich traust, groß und sichtbar zu sein.
Das ist keine Theorie – bei deinem Chart-Typ sind solche Lunare oft lebensverändernd. Du hast jetzt die seltene Konstellation, dass dein Sektherrscher Mond perfekt unterstützt wird von Feuer-Energie (Löwe + Widder + Schütze). Nutze die nächsten 3,5 Wochen – sie können dir den Selbstwert bringen, der dir dein Jungfrau-Stellium zeitlebens manchmal vorenthalten hat.
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. – Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. – Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude!
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen ist also der Wahlspruch der Aufklärung. – Kant
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke. (Sebastian Kneipp)
http://www.astrologie-zentrum-hannover.de/wordpress/forschungstag-2007/ – Astrologischer Forschungstag zur Dissertation von Dr. Peter Niehenke: „Kritische Astrologie – Zur erkenntnistheoretischen und empirisch-psychologischen Prüfung ihres Anspruchs“ – Konsequenz und Ausblick – Philosophie der Astrologie – Band 10 – der Schriftenreihe der Stiftung Astrologie und Erkenntnis (SAE) – Hannover –
Vom 16. Dezember 2004 bis 2011 – Doktorand bei Professor Dr. Bernd Oppermann, LL.M. – Ordinarius für Zivil-, Handels- und Gesellschaftsrecht der juristischen Fakultät der Leibniz – Universität Hannover. Arbeitsthema war damals im Dezember 2004 verabredet: „Die astrologische Beratung – eine Herausforderung für die Rechtstheorie“. – Im weiteren Verlauf der Studien und Arbeiten wurde dann das Thema abgeändert auf das jetzige Promotionsthema: „Die astrologische Beratung – eine Herausforderung für das Recht“.
Im Wintersemester 2005/06 Lehrbeauftragter der juristischen Fakultät der Leibniz – Universität Hannover.
Teilnahme 1988 am Kongress „Geist und Natur“ in Hannover – Teilnahme an den Astrologie-Weltkongressen in Luzern 2000 und Basel 2004 sowie am Weltkongress Psychotherapie in Wien 2002 .
Astrologie im 21. Jahrhundert – https://astrology.vonabisw.de – u.a. die Sendereihe „Gibt es in der Astrologie einen Freien Willen?“ mit internationalen Gesprächpartnern.
· Anschaffungsvorschlag für die Fachbibliothek Bildung, Geschichte und Altertum der Universitätsbibliothek Rostock – ausleihe-innenstadt.ub@uni-rostock.de
· Anschaffungsvorschlag für die Fachbibliothek Sprach- und Literaturwissenschaften der Universitätsbibliothek Rostock – fachbibliothek-slw.ub@uni-rostock.de
· Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater Rostock – bibliothek@hmt-rostock.de
· Anschaffungsvorschlag für die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker – lb@lakd-mv.de
· Anschaffungsvorschlag für die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky – auskunft@sub.uni-hamburg.de
· Anschaffungsvorschlag für die Universitätsbibliothek der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg – biblio@hsu-hh.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek des Bonn International Centre for Conflict Studies – library@bicc.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek des German Institute of Development and Sustainability – Andrea.Ueding@idos-research.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – bibliothek@die-bonn.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek des Zentrums für Entwicklungsforschung und des Zentrums für Europäische Integrationsforschung Bonn – v.merx@uni-bonn.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek der Südostasienwissenschaft an der Universität Bonn – soa-bibliothek@uni-bonn.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn – ipws.bib-aufsicht@uni-bonn.de
Anschaffungsvorschlag für die Bibliothek des Beethoven-Hauses Bonn – bibliothek@beethoven.de
Anschaffungsvorschlag für die Musikbibliothek der Landesmusikakademie Nordrhein-Westfalen – sabine.lahl@lma-nrw.de
Volker H. Schendels Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana erschließt ein bedeutendes Zeugnis der Renaissance als philosophisch grundierten Bild- und Erkenntnisraum. Das Werk behandelt den historischen Tarotzyklus nicht lediglich als Gegenstand antiquarischer Gelehrsamkeit oder divinatorischer Praxis, sondern als komplexes Medium kultureller Selbstverständigung. Im Zentrum steht die Frage, wie bildliche Symbolsysteme anthropologische, kosmologische und ethische Ordnungen sichtbar machen können.
Schendels Untersuchung bewegt sich souverän im Spannungsfeld von Renaissance-Humanismus, antiker Überlieferung, christlicher Vorstellungswelt, Neuplatonismus, Hermetik und Alchemie. Diese Traditionsbestände werden nicht additiv nebeneinandergestellt, sondern als miteinander verflochtene Denkformen behandelt. Dadurch entsteht eine intellektuell geschlossene Interpretation, in der historische Kontextualisierung und systematische Reflexion einander produktiv ergänzen. Das Buch zeigt, dass frühneuzeitliche Bildwelten nicht allein durch ikonografische Identifikation verständlich werden, sondern erst durch die Rekonstruktion jener metaphysischen und anthropologischen Voraussetzungen, aus denen sie hervorgegangen sind.
Besondere Bedeutung gewinnt dabei der Begriff der Einweihung. Schendel versteht ihn nicht als Erwerb exklusiven Geheimwissens, sondern als Transformation des erkennenden Subjekts. Erkenntnis bezeichnet folglich keinen rein kognitiven Vorgang. Sie umfasst ebenso Wahrnehmung, Urteilskraft, Selbstverhältnis und verantwortliches Handeln. Der Erkenntnisweg führt nicht aus der Welt hinaus, sondern zu einer vertieften Teilnahme an ihr. Geistige Entwicklung erscheint als fortschreitende Fähigkeit, Gegensätze nicht vorschnell aufzulösen, sondern ihre Vermittlung bewusst zu vollziehen.
Dieser Ansatz entspricht einer neuplatonisch-hermetischen Anthropologie, in welcher der Mensch eine vermittelnde Stellung zwischen unterschiedlichen Seinsebenen einnimmt. Er gehört der materiellen Welt an und bleibt zugleich auf geistige Ordnungen bezogen. Seine Würde beruht gerade auf dieser Zwischenstellung: Der Mensch empfängt Formen, deutet Zusammenhänge und übersetzt Einsicht in Praxis. Damit verbindet sich eine anspruchsvolle Ethik der Selbstführung. Freiheit erweist sich nicht als abstrakte Unabhängigkeit, sondern als Fähigkeit, Möglichkeiten zu beurteilen, Kräfte zu ordnen und die Folgen des eigenen Handelns in umfassenderen Zusammenhängen zu bedenken.
Schendel entwickelt aus dem historischen Bildmaterial eine kohärente Dramaturgie menschlicher Bildung und Wandlung. Deren Bewegung reicht von ursprünglicher Offenheit über Gestaltungskraft, Differenzierung und Selbstprüfung bis hin zu Krise, Ablösung und erneuter Integration. Entscheidend ist, dass diese Entwicklung nicht als linearer Fortschritt zu endgültiger Gewissheit erscheint. Sie vollzieht sich vielmehr zyklisch: Jede erreichte Ordnung kann erneut fragwürdig werden, jede Krise einen erweiterten Horizont eröffnen und jede Integration zum Ausgangspunkt weiterer Erkenntnis werden.
In diesem Zusammenhang erhält auch die alchemistische Denkfigur von Auflösung und neuer Verbindung eine präzise anthropologische Bedeutung. Transformation setzt die Bereitschaft voraus, überlebte Formen des Selbstverständnisses preiszugeben, ohne die Kontinuität der eigenen Existenz zu verleugnen. Das Neue entsteht nicht durch bloße Negation, sondern durch eine veränderte Konstellation bereits vorhandener Kräfte. Körperlichkeit und Geistigkeit, Individualität und kosmische Ordnung sowie Aktivität und Empfänglichkeit werden deshalb nicht als unvereinbare Gegensätze behandelt. Sie erscheinen als komplementäre Dimensionen einer umfassenden Wirklichkeitserfahrung.
Bemerkenswert ist die erkenntnistheoretische Offenheit, die Schendels Interpretation durchgehend prägt. Symbolische Bilder fungieren weder als eindeutig entschlüsselbare Chiffren noch als beliebig verfügbare Projektionsflächen. Ihre Bedeutung entsteht in einem hermeneutischen Prozess, der genaue Wahrnehmung, historisches Wissen und philosophische Reflexion miteinander verbindet. Das Bild besitzt dabei einen Erkenntniswert eigener Art: Es verdichtet heterogene Bedeutungsebenen, ohne sie vollständig in begriffliche Eindeutigkeit zu überführen. Gerade diese semantische Mehrschichtigkeit macht es zu einem produktiven Medium des Denkens.
Daraus ergibt sich ein differenziertes Verständnis von Divination. Sie erscheint weniger als Vorhersage äußerer Ereignisse denn als interpretative Praxis, durch die verborgene Beziehungen, innere Dispositionen und mögliche Entwicklungsrichtungen wahrnehmbar werden. Ihre intellektuelle Legitimität liegt in der strukturierten Selbstbefragung. Das Symbol eröffnet Perspektiven, ohne Entscheidungen abzunehmen; es erweitert den Raum des Verstehens, ohne Kontingenz aufzuheben. Divinatorische Praxis wird damit zu einer hermeneutischen Disziplin, die Einbildungskraft und Urteilskraft gleichermaßen beansprucht.
Auch das Verhältnis von Wissen und Macht erfährt eine philosophisch gehaltvolle Bestimmung. Erkenntnis gewinnt ihren Wert nicht durch Verfügung über Menschen, Dinge oder Zukunft, sondern durch die verantwortete Einordnung des eigenen Handelns. Geistige Reife zeigt sich in der Fähigkeit, Grenzen anzuerkennen, Ambivalenzen auszuhalten und Wirksamkeit an Maß und Verantwortung zu binden. Das Buch entwirft somit eine Ethik, in der Selbstüberschreitung nicht Selbstverlust bedeutet, sondern die bewusste Verortung des Individuums innerhalb einer größeren Ordnung.
Die methodische Stärke des Werkes liegt in seiner Verbindung unterschiedlicher Wissensfelder. Kunst- und Kulturgeschichte, Religionsphilosophie, Mythologie, philosophische Anthropologie und Esoterikforschung treten in einen Dialog, der die historischen Bilder weder museal isoliert noch vorschnell modernisiert. Schendel macht vielmehr nachvollziehbar, wie vormoderne Symbolwelten gegenwärtige Fragen nach Freiheit, Identität, Vergänglichkeit und Erkenntnis weiterhin zu artikulieren vermögen. Historische Alterität und gegenwärtige Relevanz bleiben dabei gleichermaßen gewahrt.
Auf diese Weise entsteht eine Studie, die über ihren unmittelbaren Gegenstand weit hinausführt. Sie reflektiert die Bedingungen symbolischen Verstehens und erkundet die Möglichkeit einer Bildung, die intellektuelle Erkenntnis mit existenzieller Veränderung verbindet. Ihr Einweihungsbegriff bezeichnet letztlich eine Schule der Aufmerksamkeit: die Einübung in ein Wahrnehmen, das Unterschiede achtet, Beziehungen erkennt und die Grenzen begrifflicher Festlegung respektiert.
Divination mit dem Sola Busca Tarot empfiehlt sich damit insbesondere für Leserinnen und Leser mit Interesse an der Geistesgeschichte der Renaissance, an hermetischen und neuplatonischen Denkformen sowie an der philosophischen Bedeutung symbolischer Bildwelten. Schendels Darstellung verbindet historische Gelehrsamkeit mit systematischer Ambition und eröffnet einen vielschichtigen Zugang zu Fragen, die für die europäische Ideengeschichte grundlegend sind. Das Buch ist eine ebenso konzentrierte wie inspirierende Untersuchung darüber, wie Erkenntnis, Selbstbildung und Weltverhältnis im Medium des Bildes zusammengedacht werden können.
********
Zwischen Kartenkunst und kosmischem Kopfkino
Tarot ist für viele Menschen eines dieser Themen, bei denen man entweder wissend nickt oder möglichst unauffällig das Gespräch wechselt. Volker H. Schendels Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana richtet sich erfreulicherweise nicht nur an Menschen, die bereits sämtliche Geheimnisse des Universums in einem Samtbeutel mit sich herumtragen. Auch neugierige Neulinge können hier eine ungewöhnliche Gedankenwelt entdecken.
Im Mittelpunkt steht ein historisches Tarotspiel aus der Renaissance. Seine Bilder sind detailreich, rätselhaft und nicht gerade dafür bekannt, ihre Bedeutung beim ersten Hinsehen freundlich zu erklären. Das Buch versucht deshalb, ihre Symbolsprache zugänglich zu machen. Dabei geht es weniger um schnelle Zukunftsvorhersagen als um grundlegende menschliche Erfahrungen: Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Krisen bewältigen, sich verändern und die eigene Stellung in der Welt überdenken.
Der Autor betrachtet die Darstellungen mit großer Sorgfalt. Farben, Gegenstände, Landschaften, Tiere und Körperhaltungen werden zu möglichen Hinweisen auf verborgene Zusammenhänge. Für Anfänger kann das zunächst ein wenig wirken, als müsste plötzlich sogar ein unscheinbarer Blumentopf eine Nachricht aus dem Kosmos enthalten. Doch gerade diese Aufmerksamkeit für Einzelheiten macht den Reiz des Buches aus. Die zahlreichen Abbildungen ermöglichen es, die Überlegungen direkt nachzuvollziehen und eigene Entdeckungen zu machen.
Im Verlauf der Betrachtungen entsteht das Bild einer inneren Reise. Der Mensch beginnt als Wesen voller Möglichkeiten, lernt zu handeln und muss anschließend feststellen, dass jede Entscheidung Folgen hat. Wissen, Freiheit und Macht erscheinen dabei nicht automatisch als etwas Gutes. Entscheidend ist vielmehr, wie verantwortungsvoll man damit umgeht. Auch Verlust, Unsicherheit und Veränderung gehören zu diesem Weg. Am Ende steht keine allwissende Erleuchtungsgestalt, sondern ein Mensch, der seine Grenzen und seine Verbundenheit mit der Welt bewusster wahrnimmt.
Eine wichtige Rolle spielen philosophische und spirituelle Vorstellungen aus der Renaissance. Das klingt komplizierter, als der Grundgedanke tatsächlich ist: Der Mensch lebt nicht isoliert, sondern befindet sich zwischen Natur, Körper, Vernunft und geistiger Erfahrung. Er kann Verbindungen erkennen, Gegensätze vermitteln und seinem Handeln eine Richtung geben. Das Buch lädt somit weniger zum Auswendiglernen fester Bedeutungen als zum Nachdenken ein.
Dabei sollte man allerdings keine lockere Einführung erwarten, die sich nebenbei beim Frühstück überfliegen lässt. Schendel geht gründlich vor und nimmt seine philosophischen Bezüge ernst. Einige Passagen verlangen Konzentration, und Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse werden gelegentlich einen Begriff nachschlagen wollen. Wer nur eine schnelle Anleitung für die nächste Kartenlegung sucht, könnte sich fühlen, als habe er einen Stadtplan bestellt und stattdessen eine Vorlesung über die Beschaffenheit von Raum und Zeit erhalten.
Dennoch ist das Buch durchaus unterhaltsam. Die geheimnisvollen Bilder wecken Neugier, die historischen Hintergründe sorgen für Abwechslung, und die Deutungen eröffnen immer wieder überraschende Blickwinkel. Besonders angenehm ist, dass die Symbolwelt nicht auf einfache Merksätze reduziert wird. Die Bilder dürfen vieldeutig bleiben und regen dazu an, selbst hinzusehen und weiterzudenken.
Divination mit dem Sola Busca Tarot eignet sich daher für neugierige Einsteiger, die Tarot nicht nur als Wahrsageinstrument, sondern auch als historische Kunstform und philosophisches Gedankenspiel kennenlernen möchten. Man muss weder an Vorhersagen glauben noch sich bereits mit Renaissancephilosophie auskennen. Offenheit, ein wenig Geduld und Freude an rätselhaften Bildern genügen.
Unterm Strich ist das Werk eine anspruchsvolle, aber durchaus unterhaltsame Reise durch Symbolik, Kulturgeschichte und menschliche Selbsterkenntnis. Nicht jedes Geheimnis wird gelöst – doch vermutlich wäre es auch ziemlich enttäuschend, wenn sich der Kosmos auf ein paar handliche Stichpunkte reduzieren ließe.
*******
Ein ungewöhnliches Buch über ein ungewöhnliches Tarot
Ein besonderer Zugang zum Sola-Busca-Tarot
Volker H. Schendels Buch Divination mit dem Sola Busca Tarot Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung beschäftigt sich mit einem der außergewöhnlichsten Tarotspiele der Renaissance. Im Mittelpunkt stehen die 22 Großen Arkana des Sola-Busca-Tarots. Die Karten stammen aus dem späten 15. Jahrhundert und verbinden historische Gestalten, mythologische Motive, biblische Themen und rätselhafte Bildszenen. Schendel betrachtet diese Karten nicht als einfache Wahrsagebilder. Für ihn bilden sie einen zusammenhängenden Weg, auf dem sich wichtige Erfahrungen des menschlichen Lebens zeigen. Es geht um Möglichkeiten und Entscheidungen, um Wissen und Verantwortung, um Krisen, Veränderung und die Suche nach einem bewussteren Verhältnis zur Welt. Tarot als Geschichte des Menschen Das Sola-Busca-Tarot erzählt keine leicht verständliche Geschichte mit einer einzigen Handlung. Seine Bedeutung entsteht aus vielen verschiedenen Bildern und Gestalten. Gerade diese ungewöhnliche Bildsprache macht den besonderen Reiz des Spiels aus. Die Karten zeigen Menschen in unterschiedlichen Situationen. Manche wirken kraftvoll und entschlossen, andere geheimnisvoll, nachdenklich oder bedroht. Zusammen entsteht ein Bild menschlicher Entwicklung. Der Mensch beginnt mit offenen Möglichkeiten, sammelt Erfahrungen, übernimmt Aufgaben, trifft Entscheidungen und muss sich immer wieder mit den Folgen seines Handelns auseinandersetzen. Dabei zeigt das Tarot, dass das Leben nicht geradlinig verläuft. Fortschritt und Rückschritt, Sicherheit und Zweifel, Erfolg und Verlust gehören gleichermaßen zum menschlichen Weg. Eine Krise beendet die Entwicklung nicht, sondern kann zu einem neuen Verständnis führen. Eine Sprache aus Bildern Ein wichtiger Gedanke des Buches ist, dass Bilder anders wirken als gewöhnliche Erklärungen. Ein Text kann einen Gedanken genau formulieren. Ein Bild dagegen kann mehrere Bedeutungen gleichzeitig eröffnen. Im Sola-Busca-Tarot begegnen dem Leser Figuren, Tiere, Pflanzen, Waffen, Gefäße, Landschaften und Bauwerke. Solche Motive sprechen nicht nur den Verstand an. Sie wecken auch Erinnerungen, Gefühle und Vorstellungen. Deshalb können die Karten von verschiedenen Menschen unterschiedlich erlebt werden. Schendel nimmt die Bilder ernst, ohne sie auf feste Stichwörter zu reduzieren. Das Tarot wird nicht wie ein Wörterbuch behandelt, in dem jede Karte immer dieselbe Bedeutung besitzt. Die Karten bleiben offen und können je nach Zusammenhang neue Seiten zeigen. Der Weg zur inneren Veränderung Der Begriff der Einweihung bezeichnet in diesem Buch einen Prozess der persönlichen Reifung. Gemeint ist nicht das Erlernen eines geheimen Wissens, das den Menschen über andere stellt. Vielmehr geht es darum, sich selbst und die eigene Lebenssituation klarer zu erkennen. Ein solcher Weg kann bedeuten, die eigenen Wünsche zu verstehen, Entscheidungen bewusster zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, sich zu verändern. Manchmal müssen alte Vorstellungen, Gewohnheiten oder Selbstbilder aufgegeben werden, damit etwas Neues entstehen kann. Die Entwicklung des Menschen besteht deshalb nicht darin, immer stärker zu werden oder alles unter Kontrolle zu bringen. Sie besteht darin, die eigenen Kräfte zu erkennen und vernünftig mit ihnen umzugehen. Zwischen Geist und Welt Schendels Deutung ist von neuplatonischen und hermetischen Vorstellungen geprägt. In einfacher Form bedeutet das: Der Mensch steht zwischen verschiedenen Bereichen. Er ist ein körperliches Wesen und besitzt zugleich die Fähigkeit zu denken, zu fühlen, sich zu erinnern und nach einem tieferen Sinn zu fragen. Der Mensch gehört zur Natur, kann sie aber auch betrachten und deuten. Er lebt in der sichtbaren Welt und sucht dennoch nach unsichtbaren Zusammenhängen. Aus dieser besonderen Stellung entsteht Verantwortung. Das Buch fordert nicht dazu auf, die alltägliche Welt hinter sich zu lassen. Körper, Gefühle, Arbeit, Beziehungen und materielle Dinge gehören zum menschlichen Leben. Geistige Entwicklung zeigt sich gerade darin, wie bewusst jemand mit diesen Bereichen umgeht. Was die Karten vermitteln können Die Karten sprechen von Erfahrungen, die jedem Menschen vertraut sein können. Dazu gehören: der Wunsch nach Orientierung, die Angst vor falschen Entscheidungen, der Umgang mit Macht und Einfluss, die Erfahrung von Verlust, die Hoffnung auf einen Neuanfang, die Suche nach Klarheit, und das Bedürfnis, den eigenen Platz in der Welt zu verstehen. Dadurch bleibt das Sola-Busca-Tarot trotz seines historischen Ursprungs lebendig. Die Figuren stammen aus einer vergangenen Zeit, doch die Fragen, die sie aufwerfen, sind weiterhin verständlich. Das Tarot gibt dabei keine einfachen Lösungen. Es fordert eher dazu auf, genauer hinzusehen. Eine Karte kann einen Gedanken bestätigen, eine neue Frage aufwerfen oder einen bisher übersehenen Zusammenhang sichtbar machen. Ein Buch für interessierte Leser Schendels Werk richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für Tarot, Renaissancekunst, Mythologie und Symbolik interessieren. Auch Menschen, die Tarot vor allem als Möglichkeit zur Selbstreflexion kennenlernen möchten, können einen Zugang finden. Die farbigen Abbildungen unterstützen die Lektüre. Man kann die Karten betrachten und die Gedanken des Autors mit der eigenen Wahrnehmung verbinden. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen historischer Forschung und persönlicher Betrachtung. Wer mit Begriffen wie Hermetik oder Neuplatonismus noch nicht vertraut ist, muss nicht jedes Detail kennen. Entscheidend ist die Grundidee: Die Karten können helfen, über den Menschen, seine Entscheidungen und seine Entwicklung nachzudenken. Eine Einladung zum Nachdenken Divination mit dem Sola Busca Tarot ist keine gewöhnliche Sammlung von Tarotbedeutungen. Das Buch präsentiert das Sola-Busca-Tarot als großen Bildzyklus über das menschliche Leben. Seine Themen reichen von Anfang und Möglichkeit über Erfahrung und Entscheidung bis zu Krise, Veränderung und neuer Orientierung. Der Mensch wird dabei nicht als allmächtiger Beherrscher der Welt dargestellt. Er erscheint als Teil eines größeren Zusammenhangs, den er niemals vollständig verstehen, aber zunehmend bewusster wahrnehmen kann. Der besondere Wert des Buches liegt in dieser Verbindung von Geschichte, Bildkunst und persönlicher Reflexion. Es lädt dazu ein, die Karten nicht nur zu befragen, sondern sie aufmerksam anzusehen und als Anregung für das eigene Denken zu nutzen.
*******
Tarot für Leute, die bei „Hermetik“ zuerst an Tupperdosen denken
Volker H. Schendel:Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana Hardcover, 460 Seiten, 63,50 €, BoD, ISBN 978-3-69638-268-1
Tarot. Für manche ist das ein spirituelles Navigationsgerät, für andere UNO mit Mondphasen. Wer bisher weder Karten gelegt noch freiwillig einen Satz mit dem Wort „neuplatonisch“ begonnen hat, könnte bei diesem Buchtitel deshalb kurz überlegen, ob ein Philosophiestudium Zugangsvoraussetzung ist.
Die gute Nachricht: Man muss kein wandelndes Esoterik-Lexikon sein. Die etwas weniger gute: Dieses Buch ist trotzdem kein leichter Snack für die Straßenbahnfahrt.
Im Mittelpunkt steht das Sola-Busca-Tarot, ein ungewöhnliches Kartenspiel aus der italienischen Renaissance. Seine Bilder entstanden im späten 15. Jahrhundert und zeigen historische Gestalten, Waffen, Tiere, Pflanzen und jede Menge rätselhafte Szenen. Es sieht ein bisschen so aus, als hätten sich ein Geschichtsbuch, ein Fantasy-Game und ein sehr ambitionierter Escape Room zusammengetan.
Volker H. Schendel untersucht die 22 Großen Arkana – also jene Karten, zu denen in bekannteren Tarotdecks etwa der Narr, der Tod oder die Welt gehören. Allerdings behandelt er sie nicht wie Glückskekse mit aufwendiger Illustration. Wer wissen möchte, ob der nächste Tinder-Match die große Liebe wird, ist hier falsch abgebogen. Schendel interessiert sich weniger dafür, was morgen passiert, als dafür, warum wir heute schon wieder dieselben fragwürdigen Entscheidungen treffen.
Für ihn bilden die Karten einen Weg menschlicher Entwicklung. Es geht um Freiheit, Verantwortung, Macht, Krisen und Veränderung – also ungefähr um alles, was zwischen dem ersten eigenen Mietvertrag und der Erkenntnis passiert, dass Erwachsene ebenfalls nur improvisieren.
Dabei schaut Schendel extrem genau hin. Eine Körperhaltung, ein Gefäß oder eine unscheinbare Pflanze kann plötzlich zum philosophischen Hinweis werden. Anfangs fühlt man sich dabei vielleicht wie jemand, der in einem Museum panisch versucht, die tiefere Bedeutung eines Stuhls zu erkennen. Doch nach und nach entwickelt diese Art des Sehens einen eigenen Reiz: Die Karten werden nicht einfach „übersetzt“, sondern als Bilder behandelt, die mehrere Gedanken gleichzeitig auslösen können.
Das ist eine der größten Stärken des Buches. Es behauptet nicht, jede Karte besitze genau eine Bedeutung, die man nur auswendig lernen müsse. Die Bilder bleiben offen. Sie liefern keine fertigen Antworten, sondern stellen bessere Fragen. Damit wird Tarot zu einer Methode der Selbstreflexion: nicht „Die Karte sagt, du musst kündigen“, sondern eher „Warum fantasierst du seit sechs Monaten täglich davon, deinem Chef den Laptop durchs Fenster zu werfen?“
Nun zu den Begriffen, die bereits im Untertitel aussehen, als würden sie bei einer Party die Stimmung prüfen.
Neuplatonismus bezeichnet, stark vereinfacht, die Vorstellung, dass hinter der sichtbaren Welt eine geistige Ordnung liegt. Hermetik beschäftigt sich mit verborgenen Zusammenhängen zwischen Mensch, Natur und Kosmos. Und bei der Einweihung geht es hier nicht um eine geheime Zeremonie mit Kerzen und dramatischen Kapuzen. Gemeint ist ein innerer Lernprozess: genauer wahrnehmen, das eigene Verhalten überprüfen und Verantwortung für Entscheidungen übernehmen.
Das klingt überraschend aktuell. Denn obwohl die Karten mehrere Jahrhunderte alt sind, kreisen sie um Fragen, die auch heute niemand endgültig gelöst hat: Wer bin ich? Was mache ich mit meinen Möglichkeiten? Wie gehe ich mit Verlust um? Und warum wird „an mir arbeiten“ offenbar nie durch ein automatisches Update erledigt?
Schendel präsentiert Entwicklung nicht als geraden Weg zur perfekten Version des eigenen Selbst. Man erreicht also nicht irgendwann Level 100 der Persönlichkeit und ist fortan gegen Zweifel immun. Erkenntnis verläuft vielmehr in Schleifen: Man versteht etwas, fühlt sich kurz überlegen und wird wenig später vom Leben daran erinnert, dass noch Arbeit offen ist. Krisen erscheinen dabei nicht bloß als Niederlagen, sondern als Momente, in denen alte Vorstellungen auseinanderfallen und etwas Neues entstehen kann.
Das Buch hat allerdings seinen Preis – und damit ist nicht nur der stattliche Verkaufspreis von 63,50 Euro gemeint. Auch Aufmerksamkeit wird verlangt. Auf 460 Seiten nimmt Schendel seine philosophischen, historischen und spirituellen Bezüge ernst. Manche Passagen dürften Neulinge mehrfach lesen oder durch eine kurze Begriffssuche ergänzen müssen. Dies ist kein „Tarot in zehn Minuten“-Ratgeber und ganz sicher kein Buch, das man betrunken um drei Uhr morgens versteht, nur weil plötzlich alles kosmisch wirkt.
Dafür bekommt man ein aufwendig gedachtes Werk, das Tarot mit Renaissancekunst, Mythologie, Philosophie und Psychologie verbindet. Die Abbildungen helfen dabei, den Deutungen zu folgen und eigene Beobachtungen anzustellen. Besonders interessant ist das Buch für Menschen, die alte Bildwelten faszinierend finden, aber keine Lust auf starre Regeln oder übersinnliche Verkaufsshows haben.
Man muss nicht an Wahrsagerei glauben, um etwas daraus mitzunehmen. Die Karten funktionieren hier eher wie ungewöhnliche Spiegel: Sie zeigen nicht automatisch die Wahrheit, können aber Gedanken sichtbar machen, denen man sonst erfolgreich ausweicht. Das ist weniger spektakulär als eine sichere Zukunftsvorhersage – vermutlich aber nützlicher.
Fazit:Divination mit dem Sola Busca Tarot ist ein anspruchsvoller Deep Dive für neugierige Menschen, die Tarot als Kunst, Denkwerkzeug und historische Schatzkiste kennenlernen wollen. Absolute Anfänger dürfen einsteigen, sollten aber Geduld und eine gewisse Freude an großen Ideen mitbringen. Wer eine schnelle Legemethode für den nächsten WG-Abend sucht, wird wahrscheinlich erschlagen. Wer dagegen Lust auf rätselhafte Bilder und philosophisches Kopfkino hat, findet hier ein ungewöhnliches Buch, das den Kosmos nicht erklärt – aber immerhin dafür sorgt, dass man interessanter über ihn nachdenkt.
*******
Sola Busca – vergessen und verkannt – neu erschlossen
Wenn Karten zu einem geistigen Kosmos werden Manche Bücher vermitteln Wissen, andere öffnen eine Tür. Divination mit dem Sola Busca Tarot von Volker H. Schendel gehört zur zweiten Kategorie. Das Werk lädt dazu ein, eines der geheimnisvollsten Kartenspiele der Renaissance nicht nur zu betrachten, sondern als vielschichtigen Weg menschlicher Entwicklung zu erleben. Im Zentrum stehen die 22 Großen Arkana des Sola-Busca-Tarots. Schendel begegnet ihnen mit großer Aufmerksamkeit für jedes sichtbare Detail. Gesten, Farben, Tiere, Waffen, Gefäße, Landschaften und architektonische Formen werden zu Trägern einer verborgenen Bildsprache. Aus einzelnen Karten entsteht auf diese Weise ein zusammenhängender Kosmos, in dem Renaissance-Humanismus, Mythologie, Hermetik, Neuplatonismus und spirituelle Selbsterkenntnis miteinander in Austausch treten. Besonders faszinierend ist die Bewegung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Sie beginnt mit dem offenen, noch unbestimmten Menschen und führt über Wille, Erkenntnis und schöpferische Gestaltung zu den großen Fragen nach Verantwortung, Freiheit und Macht. Später treten Rückzug, Schicksal, Auflösung und Erneuerung hinzu. So verwandelt sich die Kartenfolge in eine geistige Reise, deren Ziel nicht die Erhöhung des eigenen Ichs, sondern dessen bewusste Einordnung in ein umfassenderes Ganzes ist. Die historischen Gestalten des Sola Busca erhalten dabei eine eindrucksvolle Lebendigkeit. Mato, Panfilio, Postumio, Lenpio, Mario und die weiteren Figuren erscheinen nicht wie ferne Namen aus vergangenen Jahrhunderten. Sie werden zu Verkörperungen innerer Zustände und menschlicher Möglichkeiten. Jede Karte markiert einen besonderen Moment: Aufbruch, Entscheidung, Versuchung, Krise, Wandlung oder Klarheit. Eine außergewöhnliche Intensität entfaltet das Buch dort, wo es um die Erfahrung grundlegender Veränderung geht. Kontrolle muss aufgegeben, eine überholte Identität gelöst und eine neue Form des Daseins gefunden werden. Die alchemistische Vorstellung von solve et coagula – lösen und neu verbinden – wird dabei zu einem einprägsamen Bild für seelische und geistige Reifung. Der Wandel erscheint nicht als geradliniger Aufstieg, sondern als lebendiger Prozess aus Öffnung, Prüfung, Verlust und Neubeginn. Durch das gesamte Werk zieht sich eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Vorstellung vom Menschen: Er ist ein Wesen zwischen den Welten. Körper und Geist, Erde und Himmel, Freiheit und Schicksal, persönlicher Wille und kosmische Ordnung begegnen einander in ihm. Wiederkehrende Motive wie Baum, Wagen, Schädel, Sonne, Mond, Feuer und Gefäß machen diese vermittelnde Stellung anschaulich. Daraus entwickelt Schendel zugleich eine überzeugende Ethik des Erkennens. Wissen bedeutet Verantwortung, schöpferische Kraft verlangt nach Maß, und geistige Einsicht zeigt sich in einem bewussteren Verhältnis zur Welt. Der wahrhaft Kundige ist nicht derjenige, der alles beherrschen möchte, sondern derjenige, der Verbindungen wahrnimmt und entsprechend handelt. Divination mit dem Sola Busca Tarot ist deshalb weit mehr als eine Auslegung historischer Karten. Das Buch wird zu einer Meditation über das Menschsein und über jene Kräfte, die Veränderung ermöglichen. Es verbindet genaue Bildbetrachtung mit philosophischer Tiefe und eröffnet einen Raum, in dem Geschichte, Symbolik und persönliche Erfahrung ineinandergreifen. Wer sich für das Sola-Busca-Tarot, die Gedankenwelt der Renaissance oder die verwandelnde Kraft symbolischer Bilder begeistert, findet hier eine reiche Quelle der Inspiration. Schendels Werk schenkt den Karten neue Gegenwart: Sie erscheinen nicht als stumme Relikte einer vergangenen Epoche, sondern als lebendige Begleiter auf einem Weg zu Erkenntnis, Maß und innerer Klarheit.
*******
Sola Busca und die alchemische Hermetik
Im Labor der Bilder: Das Sola Busca als hermetisches Werk der Wandlung Volker H. Schendels Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana erschließt die 22 Trumpfkarten des berühmten Renaissance-Tarots als ein alchemistisches Gefüge von außergewöhnlicher Geschlossenheit. Die Bilder erscheinen dabei wie die einzelnen Gefäße eines geistigen Laboratoriums: In ihnen werden Kräfte getrennt, geprüft, gereinigt und neu verbunden. Aus dem rätselhaften Kartenzyklus entsteht so eine umfassende Darstellung jener Wandlung, die in der hermetischen Tradition als das eigentliche Große Werk verstanden wird. Das Sola Busca eignet sich in besonderer Weise für eine solche Lesart. Seine bewaffneten Gestalten, Herrscher, Tiere, Pflanzen, Feuerstellen, Gefäße und geheimnisvollen Gerätschaften entziehen sich einer bloß allegorischen Betrachtung. Sie wirken wie Chiffren einer Bildsprache, in der äußere Handlung und innerer Prozess untrennbar miteinander verbunden sind. Jeder Gegenstand besitzt eine sichtbare Gestalt und zugleich eine verborgene Wirksamkeit. Damit folgt der Zyklus einem Grundgedanken der Hermetik: Das Sichtbare ist Ausdruck unsichtbarer Kräfte, und wer die Formen aufmerksam betrachtet, kann in ihnen die Bewegungen des Geistes erkennen. Schendel macht diese verborgene Dynamik als Einweihungsweg erfahrbar. Die Abfolge der Karten beschreibt nicht einfach eine Reihe feststehender Bedeutungen, sondern einen fortlaufenden Prozess. Der Mensch tritt in das Werk zunächst als ungeformte Möglichkeit ein. Er muss lernen, seine Kräfte wahrzunehmen, sie zu sammeln und auf ein Ziel auszurichten. Was anfangs noch ungeschieden und unbewusst vorhanden ist, gewinnt allmählich Kontur. Erkenntnis entsteht dabei nicht allein durch Denken, sondern durch die vollständige Beteiligung des Erkennenden. Wie im alchemistischen Labor wird auch derjenige verwandelt, der den Vorgang beobachtet. MATO, die Null, bildet den offenen Ursprung dieses Prozesses. Der Musiker verwandelt Atem in Klang und führt damit ein zentrales hermetisches Motiv vor Augen: Geist benötigt ein Gefäß, um wahrnehmbar zu werden. Der Körper ist nicht das Hindernis der geistigen Kraft, sondern ihr Instrument. Aus dem Unsichtbaren tritt eine Schwingung hervor, die sich in der Welt verkörpert. Bereits diese erste Karte enthält daher im Keim das gesamte alchemistische Geschehen – die Überführung einer formlosen Möglichkeit in eine wirksame Gestalt. Mit PANFILIO beginnt die bewusste Arbeit. Die ursprüngliche Energie wird aufgenommen, geordnet und gelenkt. Die folgenden Arkana lassen sich als wechselnde Operationen eines inneren Opus lesen: Verdichtung und Öffnung, Bindung und Lösung, Begrenzung und Entfaltung. Die historischen und mythologischen Figuren verkörpern dabei keine abstrakten Lehrsätze. Sie zeigen Kräfte in Bewegung und machen sichtbar, wie der Mensch mit Begehren, Wille, Urteil, Macht und Verantwortung umgeht. In dieser Perspektive erhält auch die hermetische Entsprechung von Mikrokosmos und Makrokosmos besondere Bedeutung. Der Mensch ist eine kleine Welt, in der sich die großen Ordnungen des Kosmos spiegeln. Sonne und Mond, Feuer und Wasser, Erde und Himmel treten deshalb nicht nur als äußere Naturmächte auf. Sie bezeichnen ebenso unterschiedliche Zustände des Bewusstseins. Die Bildwelt des Sola Busca lädt dazu ein, kosmische Vorgänge als seelische Bewegungen und innere Veränderungen als Teil eines umfassenden Weltgeschehens zu verstehen. Besonders kraftvoll zeigt sich der alchemistische Charakter in der Folge von CARBONE, CATONE und BOCHO. Schon der Name CARBONE ruft die dunkle Materie des Werkes auf: Kohle, Schwärzung, Glut und verborgene Feuerkraft. Hier beginnt die Nigredo, jene notwendige Phase, in der vertraute Formen ihre Festigkeit verlieren. Das bisherige Selbstverständnis wird in seine Bestandteile zerlegt. Was äußerlich wie Verlust erscheint, offenbart sich hermetisch als Vorbereitung einer höheren Verbindung. CATONE führt diese Bewegung bis zur Erfahrung des Todes. Gemeint ist der Übergang, in dem eine erstarrte Gestalt aufgegeben wird, damit ihr innerer Gehalt freigesetzt werden kann. Die alchemistische Kunst sucht gerade in der Auflösung nicht das Ende, sondern den verborgenen Anfang. Tod und Geburt gehören demselben Wandlungsgeschehen an. BOCHO nimmt die gelösten Kräfte auf und führt sie einer neuen Ordnung entgegen. Auf die Trennung folgt die Vereinigung; aus der Dunkelheit wächst die Möglichkeit einer geklärten und lebendigeren Form. Auch die späteren Arkana lassen sich als Stufen dieser Veredelung begreifen. Die Begegnung mit Bindung, Täuschung und Macht prüft die Reinheit der gewonnenen Einsicht. OLIVO verbindet solare Energie mit dem Geheimnis der Verwandlung. IPEO öffnet nach der Erschütterung einen neuen geistigen Horizont, während LENTULO die Fähigkeit zur Unterscheidung vertieft. SABINO schließlich lässt eine Helligkeit hervortreten, die an die alchemistische Rubedo erinnert: nicht bloß äußeres Licht, sondern eine durch Erfahrung gereifte innere Klarheit. Wiederkehrende Symbole erhalten innerhalb dieses hermetischen Zusammenhangs eine besondere Leuchtkraft. Gefäße stehen für die Aufnahme und Bewahrung verwandelnder Kräfte. Waffen bezeichnen die notwendige Scheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen. Der Baum verbindet die verschiedenen Ebenen des Daseins, während das Feuer zugleich zerstört, reinigt und erneuert. Der Schädel wird zum Zeichen einer Erkenntnis, die durch Vergänglichkeit hindurchgegangen ist. Nichts bleibt bloße Dekoration; jedes Motiv wirkt als Bestandteil einer umfassenden Symbolchemie. Schendels Deutung macht dabei deutlich, dass die alchemistische Vollendung keine Flucht aus der materiellen Welt bedeutet. Das Ziel besteht vielmehr in einer Versöhnung der Gegensätze: Körper und Geist, Natur und Vernunft, Freiheit und kosmische Ordnung sollen in ein bewusstes Verhältnis treten. Das hermetische Werk erfüllt sich dort, wo der Mensch die Materie nicht mehr als geistlos und den Geist nicht mehr als weltfern erfährt. Beide werden als verschiedene Erscheinungsweisen einer lebendigen Einheit erkannt. So erweist sich das Buch als Einladung, die Großen Arkana des Sola Busca meditativ zu durchschreiten. Die Karten werden zu Spiegeln eines Prozesses, in dem der Mensch zugleich Stoff, Gefäß, Feuer und Alchemist ist. Ihre Bilder führen von der unbestimmten Möglichkeit durch Prüfung, Auflösung und Neuordnung bis zur bewussten Eingliederung in den Kosmos. In Schendels Auslegung tritt das Sola Busca damit als bedeutendes Dokument alchemistischer Hermetik hervor: als Bilderwerk über die Verwandlung des Menschen und über die Kunst, im Sichtbaren die wirksame Gegenwart des Unsichtbaren zu erkennen.
*******
Sola Busca – Hermetisch interpretiert
Das Sola Busca Tarot als Weg innerer Erkenntnis Mit Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana widmet sich Volker H. Schendel einem der geheimnisvollsten Kartenspiele der Renaissance. Im Mittelpunkt stehen die 22 Großen Arkana, deren ungewöhnliche Figuren und symbolreiche Szenen zu einer Reise durch verschiedene Stufen menschlicher Entwicklung werden. Das gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Oberitalien entstandene Sola Busca unterscheidet sich deutlich von späteren Tarottraditionen. Statt vertrauter allegorischer Gestalten begegnen dem Betrachter Persönlichkeiten aus Geschichte, Mythologie, Bibel und Literatur. Namen wie Alexander der Große, Nero, Cato oder Nebukadnezar verweisen auf einen kulturellen Kosmos, in dem antikes Wissen, Renaissance-Humanismus und spirituelle Vorstellungen miteinander verbunden sind. Schendel erschließt diese Bildwelt mit großer Aufmerksamkeit für ihre Einzelheiten. Farben, Körperhaltungen, Tiere, Pflanzen, Waffen, Gefäße und Landschaften werden zu bedeutungsvollen Bestandteilen einer umfassenden Symbolsprache. Die farbigen Kartenabbildungen ermöglichen es, seine Gedanken unmittelbar nachzuvollziehen und zugleich eigene Entdeckungen zu machen. So entwickelt sich zwischen Bild und Text ein lebendiger Austausch. Die Karten erscheinen dabei nicht als voneinander getrennte Motive, sondern als aufeinander bezogene Stationen eines Einweihungsweges. Dieser beginnt mit MATO, der Null, die für Offenheit und noch unbestimmte Möglichkeiten steht. Aus diesem Anfang entsteht schrittweise die Fähigkeit, bewusst zu handeln, Erfahrungen zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. PANFILIO verkörpert den Übergang von bloßem Potenzial zu schöpferischer Wirksamkeit. Weitere Arkana beschäftigen sich mit Ordnung, Maß, Erkenntnis und Entscheidungsfreiheit. POSTUMIO, LENPIO, MARIO und CATULO markieren unterschiedliche Formen des Empfangens, Formens und Urteilens. Überliefertes Wissen wird nicht einfach übernommen, sondern durch persönliche Einsicht belebt. Erkenntnis zeigt sich dadurch als aktiver Vorgang, der den Menschen verändert. Mit TARQUIN SESTO, DEO TAURO und NERONE treten Freiheit, Bewegung und Macht in den Vordergrund. Entscheidungen erhalten ihren Wert durch die Verantwortung, die mit ihnen verbunden ist. Kraft muss gesammelt und bewusst gelenkt werden, damit aus ihr eine sinnvolle Handlung entstehen kann. Macht erscheint deshalb nicht als bloße Herrschaft, sondern als Aufgabe der Selbstführung. Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick stärker nach innen. FALCO führt zur Begegnung mit dem eigenen Selbst, während VENTURIO das Verhältnis von Freiheit und Schicksal berührt. Der Mensch handelt aus eigener Kraft und bleibt zugleich in größere Zusammenhänge eingebunden. Gerade aus diesem Zusammenspiel entsteht ein vertieftes Verständnis des Lebens. Besonders eindrucksvoll ist die Kartenfolge von CARBONE, CATONE und BOCHO. Sie beschreibt einen Prozess grundlegender Verwandlung. Alte Vorstellungen und überlebte Formen müssen losgelassen werden, damit neue Möglichkeiten entstehen können. Der Tod wird hier zum Sinnbild eines Übergangs: Nicht das Ende, sondern die Erneuerung steht im Mittelpunkt. Auflösung und Neuordnung bilden zwei Seiten derselben Entwicklung. Diese Bewegung erinnert an alchemistische Vorstellungen. Gegensätze wie Körper und Geist, Innen und Außen oder Materie und Erkenntnis sollen nicht voneinander getrennt, sondern neu miteinander verbunden werden. Spiritualität bedeutet in dieser Perspektive keine Abkehr vom irdischen Leben. Sie zeigt sich vielmehr in einer bewussteren, verantwortungsvolleren Beziehung zur Welt. Auch die späteren Karten führen durch Erfahrungen von Bindung, Krise, Unsicherheit und neuer Orientierung. METELO lenkt den Blick auf das Verhältnis von Kraft und Besitz. OLIVO verbindet eindrucksvolle Motive von Sonne, Verwandlung und Macht. IPEO öffnet nach einer Phase der Erschütterung einen neuen Horizont, während LENTULO zur sorgfältigen Prüfung innerer Bilder anregt. SABINO steht schließlich für Klarheit und eine erneuerte Wahrnehmung. Der philosophische Kern des Buches liegt in einem neuplatonisch-hermetischen Menschenbild. Der Mensch wird als verbindendes Wesen verstanden, das zugleich der sichtbaren und der geistigen Welt angehört. Er bewegt sich zwischen Natur und Vernunft, Vergänglichkeit und dem Streben nach dauerhafter Erkenntnis. Aus dieser Stellung erwachsen sowohl seine schöpferischen Möglichkeiten als auch seine Verantwortung. Wiederkehrende Symbole vertiefen diesen Gedanken. Der Baum verbindet Erde und Himmel, das Feuer steht für Wandlung und das Licht für Erkenntnis. Schwert und Schild verweisen auf Unterscheidungsvermögen und Schutz. Sonne und Mond verkörpern unterschiedliche Formen des Wahrnehmens. Gefäße, Instrumente und menschliche Körper machen sichtbar, dass geistige Kräfte eine konkrete Form benötigen, um in der Welt wirksam zu werden. Aus den Karten entsteht so auch eine Ethik des bewussten Handelns. Wissen, Kreativität und Macht entfalten ihren Sinn erst, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Erkenntnis besteht nicht darin, alle Geheimnisse endgültig zu besitzen. Sie zeigt sich vielmehr in der Fähigkeit, Beziehungen wahrzunehmen, Zeichen zu verstehen und das eigene Handeln in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Schendel verbindet Bildbetrachtung, Kulturgeschichte, Mythologie, Alchemie und Philosophie zu einer vielschichtigen Gesamtschau. Die Großen Arkana werden zu Etappen einer Entwicklung, die von Offenheit und Handlung über Krise und Verwandlung bis zu Klarheit und Integration führt. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die Tarot nicht nur als Mittel der Divination, sondern auch als historische Kunstform und philosophische Symbolsprache kennenlernen möchten. Besonders für Menschen mit Interesse an Renaissancekultur, Hermetik, Neuplatonismus und persönlicher Selbsterkenntnis eröffnet es zahlreiche anregende Perspektiven. So wird das Sola Busca zu einem faszinierenden Bilderkosmos, der dazu einlädt, über den Menschen, seine Möglichkeiten und seinen Platz in der Welt nachzudenken.
*******
Tarot für Tapfere: Wenn Nero, Bacchus und ein Basilisk die Karten auf den Tisch legen
Zwischen Kartenkunst und kosmischem Kopfkino – Tarot ist für viele Menschen eines dieser Themen, bei denen man entweder wissend nickt oder möglichst unauffällig das Gespräch wechselt. Volker H. Schendels Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana richtet sich erfreulicherweise nicht nur an Menschen, die bereits sämtliche Geheimnisse des Universums in einem Samtbeutel mit sich herumtragen. Auch neugierige Neulinge können hier eine ungewöhnliche Gedankenwelt entdecken.
Im Mittelpunkt steht ein historisches Tarotspiel aus der Renaissance. Seine Bilder sind detailreich, rätselhaft und nicht gerade dafür bekannt, ihre Bedeutung beim ersten Hinsehen freundlich zu erklären. Das Buch versucht deshalb, ihre Symbolsprache zugänglich zu machen. Dabei geht es weniger um schnelle Zukunftsvorhersagen als um grundlegende menschliche Erfahrungen: Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Krisen bewältigen, sich verändern und die eigene Stellung in der Welt überdenken.
Der Autor betrachtet die Darstellungen mit großer Sorgfalt. Farben, Gegenstände, Landschaften, Tiere und Körperhaltungen werden zu möglichen Hinweisen auf verborgene Zusammenhänge. Für Anfänger kann das zunächst ein wenig wirken, als müsste plötzlich sogar ein unscheinbarer Blumentopf eine Nachricht aus dem Kosmos enthalten. Doch gerade diese Aufmerksamkeit für Einzelheiten macht den Reiz des Buches aus. Die zahlreichen Abbildungen ermöglichen es, die Überlegungen direkt nachzuvollziehen und eigene Entdeckungen zu machen.
Im Verlauf der Betrachtungen entsteht das Bild einer inneren Reise. Der Mensch beginnt als Wesen voller Möglichkeiten, lernt zu handeln und muss anschließend feststellen, dass jede Entscheidung Folgen hat. Wissen, Freiheit und Macht erscheinen dabei nicht automatisch als etwas Gutes. Entscheidend ist vielmehr, wie verantwortungsvoll man damit umgeht. Auch Verlust, Unsicherheit und Veränderung gehören zu diesem Weg. Am Ende steht keine allwissende Erleuchtungsgestalt, sondern ein Mensch, der seine Grenzen und seine Verbundenheit mit der Welt bewusster wahrnimmt.
Eine wichtige Rolle spielen philosophische und spirituelle Vorstellungen aus der Renaissance. Das klingt komplizierter, als der Grundgedanke tatsächlich ist: Der Mensch lebt nicht isoliert, sondern befindet sich zwischen Natur, Körper, Vernunft und geistiger Erfahrung. Er kann Verbindungen erkennen, Gegensätze vermitteln und seinem Handeln eine Richtung geben. Das Buch lädt somit weniger zum Auswendiglernen fester Bedeutungen als zum Nachdenken ein.
Dabei sollte man allerdings keine lockere Einführung erwarten, die sich nebenbei beim Frühstück überfliegen lässt. Schendel geht gründlich vor und nimmt seine philosophischen Bezüge ernst. Einige Passagen verlangen Konzentration, und Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse werden gelegentlich einen Begriff nachschlagen wollen. Wer nur eine schnelle Anleitung für die nächste Kartenlegung sucht, könnte sich fühlen, als habe er einen Stadtplan bestellt und stattdessen eine Vorlesung über die Beschaffenheit von Raum und Zeit erhalten.
Dennoch ist das Buch durchaus unterhaltsam. Die geheimnisvollen Bilder wecken Neugier, die historischen Hintergründe sorgen für Abwechslung, und die Deutungen eröffnen immer wieder überraschende Blickwinkel. Besonders angenehm ist, dass die Symbolwelt nicht auf einfache Merksätze reduziert wird. Die Bilder dürfen vieldeutig bleiben und regen dazu an, selbst hinzusehen und weiterzudenken.
Divination mit dem Sola Busca Tarot eignet sich daher für neugierige Einsteiger, die Tarot nicht nur als Wahrsageinstrument, sondern auch als historische Kunstform und philosophisches Gedankenspiel kennenlernen möchten. Man muss weder an Vorhersagen glauben noch sich bereits mit Renaissancephilosophie auskennen. Offenheit, ein wenig Geduld und Freude an rätselhaften Bildern genügen.
Unterm Strich ist das Werk eine anspruchsvolle, aber durchaus unterhaltsame Reise durch Symbolik, Kulturgeschichte und menschliche Selbsterkenntnis. Nicht jedes Geheimnis wird gelöst – doch vermutlich wäre es auch ziemlich enttäuschend, wenn sich der Kosmos auf ein paar handliche Stichpunkte reduzieren ließe.
*******
Die Bildwelt des Sola Busca als philosophischer Erkenntnisweg
Mit Divination mit dem Sola Busca Tarot – Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung. Die Großen Arcana legt Volker H. Schendel eine ebenso kenntnisreiche wie gedankenvolle Betrachtung eines der außergewöhnlichsten Kartenspiele der Renaissance vor. Im Zentrum stehen die 22 Großen Arkana des Sola-Busca-Tarots, deren eindrucksvolle Bildsprache der Autor als zusammenhängenden Weg menschlicher Erkenntnis und innerer Wandlung erschließt.
Das gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Oberitalien entstandene Sola Busca nimmt innerhalb der Tarotgeschichte eine besondere Stellung ein. Seine Trumpfkarten zeigen keine leicht verständlichen Allegorien, sondern rätselhafte, namentlich bezeichnete Gestalten aus Geschichte, Mythologie, Bibel und literarischer Überlieferung. Persönlichkeiten wie Alexander der Große, Nero, Cato, Bacchus, Nebukadnezar und weitere Figuren treten in symbolisch verdichteten Szenen auf. In ihnen verbinden sich Renaissance-Humanismus, antike Erinnerung, christliche Tradition und eine vielschichtige Vorstellung vom Verhältnis zwischen Mensch und Kosmos.
Schendel begegnet diesen Bildern mit großer Aufmerksamkeit. Figuren, Körperhaltungen, Farben, Waffen, Tiere, Pflanzen, Gefäße, Landschaften und architektonische Elemente werden nicht als nebensächlicher Schmuck behandelt. Sie bilden vielmehr den Ausgangspunkt einer umfassenden Interpretation. Die farbigen Abbildungen ermöglichen es, den Ausführungen unmittelbar zu folgen und die zahlreichen Einzelheiten der Karten selbst zu entdecken. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger Dialog zwischen genauer Betrachtung und philosophischer Deutung.
Besonders anregend ist die Eigenständigkeit, mit der das Sola Busca behandelt wird. Die historischen Karten erscheinen nicht bloß als Vorformen späterer Tarotbilder, sondern als Bestandteile eines unverwechselbaren ikonografischen Kosmos. Ihre Figuren und Szenen erhalten Raum, zunächst aus ihrer eigenen Gestalt und ihrem kulturellen Umfeld heraus wahrgenommen zu werden. Zugleich werden Beziehungen zur späteren Tarottradition sichtbar gemacht, sodass historische Bildwelt und moderne Symbolsprache miteinander ins Gespräch treten können.
Aus den einzelnen Karten entwickelt das Buch eine große innere Dramaturgie. Die Arkana werden zu Stationen eines Weges, auf dem der Mensch seine Möglichkeiten entdeckt, zu handeln beginnt, Wissen erwirbt, Verantwortung übernimmt und schließlich ein neues Verhältnis zu sich selbst und zur Welt gewinnt. Einweihung bedeutet dabei nicht das bloße Ansammeln verborgener Kenntnisse. Sie zeigt sich als tiefgreifende Veränderung des Erkennenden.
Am Anfang steht MATO, die Null. Diese Null bezeichnet keine Leere, sondern einen offenen Raum des Möglichen. Der Mensch ist noch nicht festgelegt; sein Weg kann erst Gestalt annehmen. Der Atem des dargestellten Musikers wird zum Sinnbild einer Vermittlung zwischen Innen und Außen: Unsichtbares verwandelt sich in Klang, der Körper wird zum Instrument, und aus einer zunächst unbestimmten Kraft entsteht eine wahrnehmbare Form.
Mit PANFILIO tritt die Fähigkeit zum bewussten Handeln hervor. Möglichkeit wird zu Wirksamkeit. Daraus entfaltet sich eine Folge von Karten, in der Empfänglichkeit, Gestaltungskraft, Ordnung, Maß und Urteilskraft immer wieder neu bestimmt werden. POSTUMIO und LENPIO lassen sich als Stationen des Aufnehmens und Formens verstehen; MARIO steht für die ordnende Begrenzung schöpferischer Energie. CATULO führt zu Fragen nach Überlieferung, Verantwortung und der Fähigkeit, Vorgegebenes durch eigenes Urteil lebendig werden zu lassen.
Die folgenden Karten vertiefen das Verhältnis von Freiheit, Begehren und Macht. TARQUIN SESTO macht die Wahl zu einer ethischen Aufgabe: Menschliche Freiheit gewinnt ihren Wert erst durch die Bereitschaft, Verantwortung für Entscheidungen zu tragen. DEO TAURO verwandelt den Entschluss in gerichtete Bewegung. Der Wagen wird zum Bild einer Kraft, die nicht ziellos wirkt, sondern gesammelt und geführt werden muss. NERONE wiederum macht sichtbar, wie wichtig Maß und Selbstführung für jeden Umgang mit Macht sind.
Mit FALCO beginnt eine stärkere Wendung nach innen. Der äußeren Wirksamkeit tritt die Selbstbegegnung zur Seite. VENTURIO führt anschließend die Erfahrung des Schicksals ein und erinnert daran, dass menschliches Handeln stets in größere Zusammenhänge eingebettet bleibt. Freiheit und Begrenzung erscheinen dabei nicht als unauflöslicher Gegensatz, sondern als Kräfte, aus deren Zusammenspiel ein reiferes Verständnis des eigenen Lebens entstehen kann.
Einen besonders eindrucksvollen Abschnitt bildet die Folge von CARBONE, CATONE und BOCHO. Hier verdichtet sich der Weg zu einer grundlegenden Erfahrung der Transformation. CARBONE steht für die Bereitschaft, den Anspruch auf vollständige Kontrolle loszulassen. CATONE bezeichnet den Tod einer überlebten Form des Selbstverständnisses. Gemeint ist keine bloße Vernichtung, sondern die notwendige Ablösung von einer Identität, die ihre schöpferische Beweglichkeit verloren hat. BOCHO führt anschließend zur Neuordnung der freigesetzten Kräfte.
Die alchemistische Bewegung von Auflösung und erneuter Verbindung erhält damit eine psychologische und spirituelle Bedeutung. Wandlung gelingt nicht durch die Verneinung des Körpers oder der materiellen Welt. Sie vollzieht sich vielmehr in einer neuen Beziehung zwischen Körper und Geist, Innen und Außen, Einzelnem und Ganzem. Das Buch entwickelt daraus eine Spiritualität, in der der Mensch seine irdische Existenz nicht überwinden muss, sondern bewusster und verantwortungsvoller bewohnen lernt.
In den späteren Karten werden Bindung, Krise, Orientierung, Unsicherheit und Klarheit zu weiteren Stufen des Weges. METELO führt vor Augen, wie leicht Kraft mit Besitz und Wirksamkeit mit Herrschaft verwechselt werden können. OLIVO verbindet machtvolle Bildmotive wie Sonne, Basilisk und Verwandlung. IPEO eröffnet nach der Erschütterung einen neuen Horizont. Wo bisherige Sicherheiten ihre Geltung verlieren, wird eine andere Art der Orientierung möglich.
LENTULO widmet sich dem prüfenden Blick. Intuition, Vorstellung und Wahrheit müssen voneinander unterschieden werden, ohne die schöpferische Kraft innerer Bilder abzuwerten. SABINO steht für eine neue Helligkeit, in der die Welt klarer und unmittelbarer hervortritt. Die abschließenden Stationen führen schließlich nicht zu einem triumphalen Besitz aller Geheimnisse, sondern zu Integration und Rückkehr. Vollendung bedeutet, sich als bewussten Teil eines Zusammenhangs zu erkennen, der größer bleibt als jedes individuelle Wissen.
Der rote Faden dieser Interpretation ist eine neuplatonisch-hermetische Auffassung des Menschen als vermittelndes Wesen. Der Mensch gehört sowohl der sichtbaren als auch der geistigen Welt an. Er steht zwischen Materie und Geist, Natur und Vernunft, Zeitlichkeit und dem Streben nach dem Dauerhaften. Gerade diese Zwischenstellung verleiht ihm seine besondere Würde und Verantwortung.
Zahlreiche wiederkehrende Motive verdeutlichen diesen Gedanken. Der Schädel wird zum Gefäß der Erkenntnis, der Baum verbindet Erde und Himmel, das Feuer verwandelt, das Licht macht sichtbar, und Schwert sowie Schild verweisen auf Unterscheidung und Schutz. Sonne und Mond bezeichnen unterschiedliche Arten der Wahrnehmung, während Gefäße, Instrumente und Körper zeigen, dass jede geistige Kraft einer Form bedarf, um in der Welt wirksam zu werden.
Aus dieser Bildsprache entsteht zugleich eine überzeugende Ethik. Wissen, Kreativität und Macht erscheinen nicht als Selbstzweck. Ihre eigentliche Bedeutung gewinnen sie erst durch den verantwortlichen Umgang mit ihnen. Der wahrhaft Erkennende ist daher nicht jemand, der die Welt vollständig beherrschen möchte. Er versteht Beziehungen, vermittelt zwischen verschiedenen Ebenen und ordnet das eigene Handeln in einen umfassenderen Zusammenhang ein.
Auch höchste Erkenntnis wird nicht als endgültiger Besitz präsentiert. Der Einweihungsweg führt vielmehr zu einer Haltung der Offenheit. Der Mensch lernt, Zeichen zu lesen, Verbindungen wahrzunehmen und zwischen Form und Wesen zu unterscheiden. Gleichzeitig erkennt er, dass keine einzelne Deutung die Fülle der Bilder vollständig ausschöpfen kann. Gerade dadurch bleiben die Karten lebendige Denk- und Erfahrungsräume.
Schendels Werk verbindet Bildbetrachtung, Kulturgeschichte, Mythologie, Hermetik, Neuplatonismus, Alchemie und philosophische Anthropologie zu einer facettenreichen Gesamtinterpretation. Die Karten erscheinen nicht als voneinander getrennte Bedeutungsträger, sondern als Stationen einer fortlaufenden Bewegung. Jede besitzt ihren eigenen Charakter und gewinnt zugleich durch ihre Beziehung zu den vorausgehenden und folgenden Bildern zusätzliche Tiefe.
So entsteht weit mehr als eine Sammlung einzelner Tarotdeutungen. Das Buch lädt zu einer Reise ein, die von offener Möglichkeit über Handlung, Erkenntnis, Entscheidung, Macht und Krise bis zu Tod, Erneuerung, Klarheit und Integration führt. Der Mensch kehrt am Ende nicht als Beherrscher der Welt zurück, sondern als jemand, der seine Zugehörigkeit zu ihr bewusster erfahren hat.
Divination mit dem Sola Busca Tarot richtet sich an Leserinnen und Leser, die Tarot als historische Bildkunst, philosophische Symbolsprache und Instrument innerer Reflexion kennenlernen möchten. Besonders Interessierte an Renaissancekultur, antiker Mythologie, Neuplatonismus und hermetischem Denken finden hier eine Fülle an Anregungen. Das Buch macht die Großen Arkana des Sola Busca als einen vielschichtigen Bildzyklus erfahrbar und eröffnet einen inspirierenden Zugang zu ihrer geistigen Welt.
Sein besonderer Wert liegt in der Verbindung von sorgfältiger Betrachtung und großer philosophischer Perspektive. Die Karten werden weder auf einfache Schlagwörter reduziert noch als starre Geheimschrift behandelt. Sie begegnen dem Leser als offene Bilder, die dazu anregen, über Freiheit, Verantwortung, Vergänglichkeit, Erkenntnis und die Stellung des Menschen im Kosmos nachzudenken. Daraus entsteht eine eindrucksvolle, geistig anregende und nachhaltig bereichernde Auseinandersetzung mit einem der faszinierendsten Tarotwerke der Renaissance.
*******
Ein ungewöhnliches Buch über ein ungewöhnliches Tarot
Ein besonderer Zugang zum Sola-Busca-Tarot Volker H. Schendels Buch Divination mit dem Sola Busca Tarot Eine neuplatonisch-hermetische Einweihung beschäftigt sich mit einem der außergewöhnlichsten Tarotspiele der Renaissance. Im Mittelpunkt stehen die 22 Großen Arkana des Sola-Busca-Tarots. Die Karten stammen aus dem späten 15. Jahrhundert und verbinden historische Gestalten, mythologische Motive, biblische Themen und rätselhafte Bildszenen. Schendel betrachtet diese Karten nicht als einfache Wahrsagebilder. Für ihn bilden sie einen zusammenhängenden Weg, auf dem sich wichtige Erfahrungen des menschlichen Lebens zeigen. Es geht um Möglichkeiten und Entscheidungen, um Wissen und Verantwortung, um Krisen, Veränderung und die Suche nach einem bewussteren Verhältnis zur Welt. Tarot als Geschichte des Menschen Das Sola-Busca-Tarot erzählt keine leicht verständliche Geschichte mit einer einzigen Handlung. Seine Bedeutung entsteht aus vielen verschiedenen Bildern und Gestalten. Gerade diese ungewöhnliche Bildsprache macht den besonderen Reiz des Spiels aus. Die Karten zeigen Menschen in unterschiedlichen Situationen. Manche wirken kraftvoll und entschlossen, andere geheimnisvoll, nachdenklich oder bedroht. Zusammen entsteht ein Bild menschlicher Entwicklung. Der Mensch beginnt mit offenen Möglichkeiten, sammelt Erfahrungen, übernimmt Aufgaben, trifft Entscheidungen und muss sich immer wieder mit den Folgen seines Handelns auseinandersetzen. Dabei zeigt das Tarot, dass das Leben nicht geradlinig verläuft. Fortschritt und Rückschritt, Sicherheit und Zweifel, Erfolg und Verlust gehören gleichermaßen zum menschlichen Weg. Eine Krise beendet die Entwicklung nicht, sondern kann zu einem neuen Verständnis führen. Eine Sprache aus Bildern Ein wichtiger Gedanke des Buches ist, dass Bilder anders wirken als gewöhnliche Erklärungen. Ein Text kann einen Gedanken genau formulieren. Ein Bild dagegen kann mehrere Bedeutungen gleichzeitig eröffnen. Im Sola-Busca-Tarot begegnen dem Leser Figuren, Tiere, Pflanzen, Waffen, Gefäße, Landschaften und Bauwerke. Solche Motive sprechen nicht nur den Verstand an. Sie wecken auch Erinnerungen, Gefühle und Vorstellungen. Deshalb können die Karten von verschiedenen Menschen unterschiedlich erlebt werden. Schendel nimmt die Bilder ernst, ohne sie auf feste Stichwörter zu reduzieren. Das Tarot wird nicht wie ein Wörterbuch behandelt, in dem jede Karte immer dieselbe Bedeutung besitzt. Die Karten bleiben offen und können je nach Zusammenhang neue Seiten zeigen. Der Weg zur inneren Veränderung Der Begriff der Einweihung bezeichnet in diesem Buch einen Prozess der persönlichen Reifung. Gemeint ist nicht das Erlernen eines geheimen Wissens, das den Menschen über andere stellt. Vielmehr geht es darum, sich selbst und die eigene Lebenssituation klarer zu erkennen. Ein solcher Weg kann bedeuten, die eigenen Wünsche zu verstehen, Entscheidungen bewusster zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, sich zu verändern. Manchmal müssen alte Vorstellungen, Gewohnheiten oder Selbstbilder aufgegeben werden, damit etwas Neues entstehen kann. Die Entwicklung des Menschen besteht deshalb nicht darin, immer stärker zu werden oder alles unter Kontrolle zu bringen. Sie besteht darin, die eigenen Kräfte zu erkennen und vernünftig mit ihnen umzugehen. Zwischen Geist und Welt Schendels Deutung ist von neuplatonischen und hermetischen Vorstellungen geprägt. In einfacher Form bedeutet das: Der Mensch steht zwischen verschiedenen Bereichen. Er ist ein körperliches Wesen und besitzt zugleich die Fähigkeit zu denken, zu fühlen, sich zu erinnern und nach einem tieferen Sinn zu fragen. Der Mensch gehört zur Natur, kann sie aber auch betrachten und deuten. Er lebt in der sichtbaren Welt und sucht dennoch nach unsichtbaren Zusammenhängen. Aus dieser besonderen Stellung entsteht Verantwortung. Das Buch fordert nicht dazu auf, die alltägliche Welt hinter sich zu lassen. Körper, Gefühle, Arbeit, Beziehungen und materielle Dinge gehören zum menschlichen Leben. Geistige Entwicklung zeigt sich gerade darin, wie bewusst jemand mit diesen Bereichen umgeht. Was die Karten vermitteln können Die Karten sprechen von Erfahrungen, die jedem Menschen vertraut sein können. Dazu gehören: der Wunsch nach Orientierung, die Angst vor falschen Entscheidungen, der Umgang mit Macht und Einfluss, die Erfahrung von Verlust, die Hoffnung auf einen Neuanfang, die Suche nach Klarheit, und das Bedürfnis, den eigenen Platz in der Welt zu verstehen. Dadurch bleibt das Sola-Busca-Tarot trotz seines historischen Ursprungs lebendig. Die Figuren stammen aus einer vergangenen Zeit, doch die Fragen, die sie aufwerfen, sind weiterhin verständlich. Das Tarot gibt dabei keine einfachen Lösungen. Es fordert eher dazu auf, genauer hinzusehen. Eine Karte kann einen Gedanken bestätigen, eine neue Frage aufwerfen oder einen bisher übersehenen Zusammenhang sichtbar machen. Ein Buch für interessierte Leser Schendels Werk richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für Tarot, Renaissancekunst, Mythologie und Symbolik interessieren. Auch Menschen, die Tarot vor allem als Möglichkeit zur Selbstreflexion kennenlernen möchten, können einen Zugang finden. Die farbigen Abbildungen unterstützen die Lektüre. Man kann die Karten betrachten und die Gedanken des Autors mit der eigenen Wahrnehmung verbinden. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen historischer Forschung und persönlicher Betrachtung. Wer mit Begriffen wie Hermetik oder Neuplatonismus noch nicht vertraut ist, muss nicht jedes Detail kennen. Entscheidend ist die Grundidee: Die Karten können helfen, über den Menschen, seine Entscheidungen und seine Entwicklung nachzudenken. Eine Einladung zum Nachdenken Divination mit dem Sola Busca Tarot ist keine gewöhnliche Sammlung von Tarotbedeutungen. Das Buch präsentiert das Sola-Busca-Tarot als großen Bildzyklus über das menschliche Leben. Seine Themen reichen von Anfang und Möglichkeit über Erfahrung und Entscheidung bis zu Krise, Veränderung und neuer Orientierung. Der Mensch wird dabei nicht als allmächtiger Beherrscher der Welt dargestellt. Er erscheint als Teil eines größeren Zusammenhangs, den er niemals vollständig verstehen, aber zunehmend bewusster wahrnehmen kann. Der besondere Wert des Buches liegt in dieser Verbindung von Geschichte, Bildkunst und persönlicher Reflexion. Es lädt dazu ein, die Karten nicht nur zu befragen, sondern sie aufmerksam anzusehen und als Anregung für das eigene Denken zu nutzen.
*******
Rezensionen für die Werkausgabe
Werkausgabe Band I
Inhaltsübersicht
Band I, „Das Sola Busca Tarot – Die Großen Arcana“, behandelt das Sola-Busca-Tarot als einen vielschichtigen Bildkosmos der italienischen Renaissance und als möglichen Weg hermetischer Einweihung. Ausgangspunkt ist zunächst eine historische und kunstgeschichtliche Einordnung des vollständig erhaltenen Kartensatzes aus dem späten 15. Jahrhundert. Erläutert werden seine Entstehung um 1491, die Verbindung zum oberitalienischen Kulturraum sowie die unsichere Zuschreibung an einen bestimmten Künstler. Zugleich wird klargestellt, dass der heute gebräuchliche Name „Sola Busca“ erst aus der späteren Besitzgeschichte hervorging und nicht die ursprüngliche Bezeichnung des Kartenwerks war.
Darauf folgt eine Darstellung der Herkunfts- und Besitzgeschichte. Untersucht werden die Familien Busca, Serbelloni und Sola Cabiati sowie die Frage, auf welchen Wegen das Deck über mehrere Jahrhunderte bewahrt und schließlich der Forschung zugänglich wurde. In diesem Zusammenhang wird das Sola Busca sowohl als historischer Gegenstand als auch als außergewöhnliches Zeugnis der höfischen und humanistischen Kultur Oberitaliens betrachtet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Peter Mark Adams’ Deutung des Kartenwerks. Sein Ansatz versteht das Sola Busca als ein hermetisch geprägtes Bildprogramm, das mit Saturn, Initiation, geistiger Prüfung und innerer Transformation verbunden ist. Das Buch setzt sich dabei mit der Möglichkeit auseinander, dass die Karten nicht lediglich als Spielkarten oder historische Personenbilder gedacht waren, sondern als zusammenhängende symbolische Folge gelesen werden können. Ergänzend werden Adams’ Auslegungen der Hofkarten vorgestellt.
Anschließend wird das Deck in die Tradition der platonischen Magie, der Mystik und der sogenannten Miniaturisierung von Geheimwissen eingeordnet. Gemeint ist die Verdichtung umfangreicher philosophischer, kosmologischer und spiritueller Vorstellungen in einem begrenzten System von Bildern. Das Tarot erscheint dadurch als eine Art visuelles Wissensarchiv, dessen Bedeutungen nicht unmittelbar ausgesprochen, sondern durch Figuren, Gegenstände, Gesten und Bildkompositionen vermittelt werden.
Ein eigenes Kapitel untersucht die mögliche Nähe des Sola Busca zu einem heidnischen Renaissance-Grimoire. Dabei werden die Metaphysik, Kosmologie und magische Praxis des „Picatrix“ als Vergleichshorizont herangezogen. Das Deck wird in Beziehung zu astrologischer Magie, planetarischen Kräften, antiken Göttern, rituellen Vorstellungen und der Idee einer beseelten, von Entsprechungen durchdrungenen Welt gesetzt. Zugleich wird zwischen historisch belegbaren Zusammenhängen und späteren oder spekulativen Deutungen unterschieden.
Weitere Kapitel widmen sich einzelnen geistesgeschichtlichen und historischen Bezugspunkten. Alexander der Große wird anhand des Königs der Schwerter als Bild des Welteroberers, philosophischen Herrschers und hermetischen Königs behandelt. Georgios Gemistos Plethon wird mit der Zehn der Kelche in Verbindung gebracht und als Vermittler von Platonismus, antiker Religion und Renaissance-Humanismus vorgestellt. Plutarchs Leben, Werk, Philosophie und Religionsverständnis werden ebenfalls ausführlich behandelt, um seine mögliche Bedeutung für die geistige Welt des Sola Busca sichtbar zu machen.
Das Buch beschreibt außerdem das heidnische Weltbild und verschiedene heidnische Kosmologien, die zum Verständnis des Decks beitragen können. Im Mittelpunkt stehen Vorstellungen von einem lebendigen Kosmos, von göttlichen und planetarischen Kräften, von der Verbindung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos sowie von der geistigen Entwicklung des Menschen. Das Sola Busca erscheint innerhalb dieser Perspektive nicht als starres Bedeutungsverzeichnis, sondern als Instrument der Betrachtung und Selbsterkenntnis.
Ein weiterer Abschnitt untersucht die Wirkungsgeschichte des Decks. Dargestellt wird insbesondere die Übernahme einzelner Bildmotive durch Pamela Colman Smith für das Rider-Waite-Smith-Tarot von 1909. Das Buch zeigt, dass mehrere heute weltweit bekannte Tarotmotive bereits im Sola Busca angelegt waren und später künstlerisch umgestaltet wurden. Daneben werden weitere Decks berücksichtigt, die Motive oder Kompositionsformen des Sola Busca aufgriffen.
Die Kapitel über die Familie Este und die oberitalienischen Eliten befassen sich mit dem möglichen gesellschaftlichen Umfeld des Kartenwerks. Das Sola Busca wird als anspruchsvolles Bildprogramm betrachtet, das vermutlich für gebildete Adressaten bestimmt war, die mit antiker Geschichte, höfischer Politik, humanistischer Literatur, Astrologie und esoterischer Philosophie vertraut waren. Untersucht wird daher, welche Rolle Fürstenhöfe, Elitenfamilien und gelehrte Netzwerke bei seiner Entstehung gespielt haben könnten.
Den größten Teil des Bandes bildet schließlich die ausführliche Behandlung der 22 Großen Arcana. Die Folge beginnt mit Mato, dem Narren, und führt über Panfilio, Postumio, Lenpio, Mario, Catulo, Tarquin Sesto, Deo Tauro, Nerone, Falco, Venturio, Tulio, Carbone, Catone, Bocho, Metelo, Olivo, Ipeo, Lentulo, Sabino und Nenbroto bis zu Nabuchodenasor. Diese Figuren entsprechen nur teilweise den später vertrauten Tarotkarten. Statt der üblichen religiösen und allegorischen Motive treten überwiegend namentlich bezeichnete historische, biblische oder pseudohistorische Gestalten auf.
Jede Karte wird ikonographisch beschrieben und anschließend auf mehreren Ebenen gedeutet. Berücksichtigt werden die dargestellte Figur, Kleidung, Körperhaltung, Werkzeuge, Waffen, Gefäße, Tiere, Landschaften und architektonischen Elemente. Hinzu kommen historische, mythologische, politische, psychologische, alchemistische, astrologische, neuplatonische und hermetische Zusammenhänge. Die Karten werden dabei nicht nur einzeln betrachtet, sondern als Stationen eines Entwicklungsweges gelesen.
Mato steht am Anfang für Offenheit, Ungebundenheit und den Eintritt in das Unbekannte. Die folgenden Karten entfalten Themen wie Geburt, verborgene Möglichkeiten, Formbildung, Selbstherrschaft, Überlieferung, Entscheidung, Bewegung, Macht, Maß, Einsamkeit, Schicksal, Opfer und Perspektivwechsel. In der zweiten Hälfte verdichtet sich der Weg zu einer Folge von Tod, Umwandlung, Versuchung, Krise, Orientierung, Dunkelheit, Erhellung und Gericht. Mit Nabuchodenasor erreicht er schließlich keine Herrschaft über die Welt, sondern die Erkenntnis, dass der Mensch Teil einer größeren kosmischen Ordnung ist.
Der gesamte Band verbindet damit historische Forschung und hermetische Interpretation. Das Sola-Busca-Tarot wird einerseits als konkretes Renaissancekunstwerk mit einer nachvollziehbaren Entstehungs-, Besitz- und Wirkungsgeschichte behandelt. Andererseits erscheint es als „Buch ohne Worte“, dessen Bilder einen inneren Erkenntnis- und Verwandlungsprozess anregen können. Die leitende Bewegung führt von unbestimmter Möglichkeit über Prüfungen, Macht, Verlust und Wandlung zu einer Haltung, in der der Mensch die Welt nicht besitzt oder beherrscht, sondern sich als Teil ihres größeren Zusammenhangs erkennt.
*******
Allgemeine Rezension
Rezension: Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana
Mit „Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana“ legt Volker H. Schendel eine umfangreiche Betrachtung eines der geheimnisvollsten und kunsthistorisch bedeutendsten Kartenspiele der Renaissance vor. Das Buch erschließt das Sola-Busca-Tarot nicht allein als historisches Kartenwerk, sondern als vielschichtigen Bildkosmos, in dem sich Renaissance-Humanismus, antike Geschichte, Hermetik, Neuplatonismus, Astrologie, Alchemie und spirituelle Erkenntnissuche miteinander verbinden.
Zu Beginn wird das Sola Busca in seinen geschichtlichen Zusammenhang eingeordnet. Seine Entstehung am Ende des 15. Jahrhunderts, seine Herkunft aus dem oberitalienischen Kulturraum und seine spätere Besitzgeschichte bilden die Grundlage für das Verständnis der Karten. Dabei wird deutlich, dass der heute bekannte Name auf die Familien zurückgeht, in deren Besitz sich das Deck über lange Zeit befand. Diese historische Einführung vermittelt ein anschauliches Bild der Welt, aus der das außergewöhnliche Kartenwerk hervorgegangen ist.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem geistigen Umfeld der italienischen Renaissance. Das Buch zeigt eine Epoche, in der die Wiederentdeckung der Antike mit neuen philosophischen, religiösen und kosmologischen Vorstellungen verbunden war. Historische Herrscher, biblische Gestalten und Figuren der antiken Überlieferung erscheinen im Sola Busca als Träger umfassender symbolischer Bedeutungen. Namen wie Alexander der Große, Plutarch und Georgios Gemistos Plethon führen in eine Welt, in der Geschichte, Mythos und Philosophie eng miteinander verflochten sind.
Aufschlussreich ist die Einbindung der Forschungen Peter Mark Adams’. Seine hermetische Interpretation eröffnet einen Zugang zum Sola Busca als zusammenhängendem Initiationsweg. Die Karten werden in dieser Perspektive zu Stationen einer geistigen Entwicklung, die den Menschen durch Erfahrungen von Macht, Entscheidung, Prüfung, Verlust, Wandlung und Erkenntnis führt. Ergänzend werden Verbindungen zum „Picatrix“, zur platonischen Magie und zur Vorstellung eines lebendigen, von geistigen Entsprechungen erfüllten Kosmos dargestellt.
Der umfangreichste Teil des Buches ist den 22 Großen Arcana gewidmet. Jede Karte wird ausführlich beschrieben und in ihren historischen, ikonographischen und symbolischen Zusammenhängen betrachtet. Die Folge beginnt mit Mato, dem Narren, und endet mit Nabuchodenasor, der Welt. Dazwischen begegnet der Leser einer Reihe ungewöhnlicher Gestalten, die sich deutlich von den bekannten Figuren späterer Tarotdecks unterscheiden. Gerade diese Eigenständigkeit macht den besonderen Reiz des Sola Busca aus.
Die einzelnen Kartendeutungen verbinden sichtbare Bildmerkmale mit historischen Überlieferungen, mythologischen Motiven und hermetischen Vorstellungen. Kleidung, Körperhaltung, Waffen, Tiere, Gefäße und Landschaften werden zu Bestandteilen einer umfassenden symbolischen Sprache. Dadurch erscheinen die Karten nicht als isolierte Illustrationen, sondern als aufeinander bezogene Bilder eines geistigen Entwicklungsweges.
Mato verkörpert den offenen Anfang und den Schritt in das Unbekannte. Die nachfolgenden Karten führen durch Prozesse der Geburt, Formbildung, Selbstbeherrschung und Orientierung. Weitere Stationen behandeln die verantwortungsvolle Ausübung von Macht, die Begegnung mit dem Schicksal, den Wechsel der Perspektive und die Notwendigkeit innerer Wandlung. Tod, Mäßigung, Versuchung und Krise bilden Übergänge zu einer vertieften Erkenntnis. Stern, Mond und Sonne veranschaulichen unterschiedliche Formen von Führung, Dunkelheit und Erhellung, bevor Gericht und Welt den Weg zu einem umfassenderen Bewusstsein führen.
Die letzte Karte, Nabuchodenasor, bildet einen eindrucksvollen Abschluss. Vollendung bedeutet hier nicht uneingeschränkte Herrschaft über die Welt, sondern die Erkenntnis der eigenen Zugehörigkeit zu einer größeren Ordnung. Der Mensch begegnet dem Ganzen nicht als Besitzer, sondern als verantwortlicher Teil eines lebendigen Zusammenhangs. Damit erhält die Kartenfolge eine philosophische und spirituelle Geschlossenheit.
Ein weiterer wichtiger Abschnitt widmet sich dem Einfluss des Sola Busca auf das Rider-Waite-Smith-Tarot. Die Gegenüberstellung macht sichtbar, wie Motive des Renaissance-Decks zu Vorbildern einzelner, heute weltweit bekannter Tarotbilder wurden. Das Sola Busca erweist sich dadurch nicht nur als historisches Kunstwerk, sondern auch als bedeutende Quelle der modernen Tarotikonographie.
In seiner Gesamtheit vermittelt der Band ein umfassendes Panorama des Sola-Busca-Tarots und seines kulturellen Umfelds. Historische Forschung, kunstgeschichtliche Beobachtung und hermetische Betrachtung ergänzen sich zu einem facettenreichen Gesamtbild. Das Buch lädt dazu ein, die Karten aufmerksam zu betrachten und ihre Bildsprache als Ausdruck einer Epoche zu verstehen, in der Kunst zugleich Erkenntnis, Erinnerung und geistige Orientierung vermitteln konnte.
„Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana“ ist damit eine kenntnisreiche und inspirierende Einführung in die Welt dieses außergewöhnlichen Renaissance-Tarots. Der Band macht die historische Bedeutung des Decks ebenso sichtbar wie seine philosophische und symbolische Tiefe. Er eröffnet einen Zugang zu den Großen Arcana als einem „Buch ohne Worte“, dessen Bilder den Betrachter auf eine Reise durch Geschichte, Kosmos und menschliche Selbsterkenntnis führen.
*******
18-25
Renaissance, Rätsel und richtig viel Drama
Tarot? Da denken viele wahrscheinlich zuerst an mysteriöse Menschen, die bei Kerzenschein Karten ziehen und mit ernster Stimme verkünden: „Ich sehe da etwas …“ Doch „Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana“ zeigt ziemlich schnell, dass hinter diesen Karten wesentlich mehr steckt. Hier treffen Geschichte, Kunst, Philosophie, Magie und jede Menge Renaissance-Drama aufeinander. Es ist ein bisschen so, als hätten ein Geschichtsbuch, ein Fantasyroman und eine geheime Zauberbibliothek beschlossen, gemeinsam ein Projekt zu starten.
Das Sola-Busca-Tarot stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und ist das älteste vollständig erhaltene Tarot seiner Art. Schon das ist beeindruckend: Diese Karten haben mehrere Jahrhunderte überlebt, während bei uns manchmal nicht einmal ein Ladekabel länger als zwei Jahre durchhält. Sie stammen aus einer Zeit ohne Smartphones, Streaming und Suchmaschinen – dafür aber mit mächtigen Adelsfamilien, politischen Intrigen, wiederentdeckten antiken Ideen und einer großen Begeisterung für alles, was geheimnisvoll aussah.
Das Buch nimmt seine Leser mit in genau diese Welt. Dabei geht es nicht bloß darum, was auf den Karten abgebildet ist. Es geht um die großen Fragen dahinter: Wie sahen Menschen in der Renaissance die Welt? Was hielten sie für Wissen, was für Magie und was für göttliche Ordnung? Welche Rolle spielten Macht, Schicksal, Selbsterkenntnis und persönliche Veränderung? Kurz gesagt: Die Menschen vor über 500 Jahren hatten erstaunlich ähnliche Fragen wie wir – nur ihre Bilder dazu waren deutlich spektakulärer.
Besonders spannend ist die Vorstellung, dass das Sola Busca wie ein Buch ohne geschriebene Sätze funktioniert. Seine Bilder erzählen etwas, ohne alles direkt zu erklären. Man muss hinschauen, kombinieren und eigene Verbindungen entdecken. Damit fühlt sich das Ganze manchmal an wie ein historischer Escape Room: Überall befinden sich Hinweise, Symbole und versteckte Zusammenhänge, doch niemand legt die fertige Lösung auf den Tisch.
Auch der kulturelle Hintergrund hat einiges zu bieten. Antike Herrscher, Philosophen, Mythen, astrologische Vorstellungen und hermetische Lehren tauchen in einem großen Ideenmix auf. Die Renaissance erscheint dadurch nicht als staubige Epoche zwischen zwei Jahreszahlen, sondern als eine Zeit voller Neugier. Damals wurde altes Wissen wiederentdeckt, neu zusammengesetzt und mit aktuellen Vorstellungen verbunden. Vereinfacht gesagt: Die Renaissance betrieb Remix-Kultur, lange bevor irgendjemand diesen Begriff erfunden hatte.
Das Buch macht außerdem deutlich, dass Tarot nicht nur mit Wahrsagerei zu tun hat. Die Bilder können auch als Spiegel menschlicher Erfahrungen verstanden werden. Jeder kennt schließlich Situationen, in denen etwas neu beginnt, eine Entscheidung ansteht, ein Plan komplett scheitert oder man plötzlich merkt, dass man selbst Teil des Problems war. Genau solche Entwicklungen stecken in der Bildwelt des Sola Busca. Deshalb wirkt das Deck trotz seines Alters überraschend lebendig.
Hinzu kommt eine spannende Verbindung zur Gegenwart: Das Sola Busca beeinflusste spätere Tarotkarten, darunter das berühmte Rider-Waite-Smith-Tarot. Bildideen aus der Renaissance wanderten also durch die Jahrhunderte und tauchten in neuer Form wieder auf. Das ist ungefähr so, als würde man entdecken, dass ein moderner Blockbuster heimlich Szenen aus einem 500 Jahre alten Film übernommen hat – nur dass dieser Film aus Kupferstichen besteht.
„Das Sola Busca Tarot – Band I“ öffnet eine Tür zu einer Welt, in der Kunst nicht nur schön aussehen, sondern Wissen transportieren sollte. Die Karten erscheinen als Zeitmaschine, Bilderrätsel und philosophisches Abenteuer zugleich. Man erfährt viel über die Renaissance, begegnet ungewöhnlichen Ideen und bekommt einen Eindruck davon, wie Menschen mithilfe von Bildern über sich selbst und das Universum nachdachten.
So wird aus einem historischen Kartenspiel eine ziemlich große Reise: durch Geschichte und Mythologie, vorbei an geheimen Lehren und kosmischen Vorstellungen, bis hin zu der Frage, wer man eigentlich selbst ist. Das Buch zeigt, dass alte Bilder alles andere als langweilig sein müssen. Manchmal warten sie einfach nur ein paar Jahrhunderte darauf, dass wieder jemand genau hinsieht.
********
Werkausgabe Band II
Inhaltsübersicht
Band II, „Das Sola Busca Tarot – Die Kleinen Arcana“, widmet sich den 56 Karten der vier Farbreihen Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen. Der Band umfasst 588 Seiten und erweitert die in Band I begonnene Betrachtung des Sola-Busca-Tarots als historisches Kunstwerk, gelehrten Bildkosmos der Renaissance und möglichen hermetischen Einweihungsweg. Im Mittelpunkt stehen nun nicht mehr die Großen Arcana, sondern jene Karten, die grundlegende Kräfte, Tätigkeiten, Beziehungen und Entwicklungsprozesse innerhalb der sichtbaren Welt darstellen.
Zu Beginn werden erneut die historischen und geistigen Grundlagen des Sola Busca erläutert. Das Kartenspiel wird in die Kultur Norditaliens am Ende des 15. Jahrhunderts eingeordnet, insbesondere in den Umkreis von Ferrara, Padua, Venedig und den Marken. In dieser Welt berührten sich humanistische Bildung, höfische Repräsentation, antike Geschichtsschreibung, Astrologie, Alchemie und die Herstellung kunstvoller Kartenspiele. Das Sola Busca erscheint dabei als Werk, das gesellschaftliches Spiel, künstlerisches Experiment und gelehrtes Bildprogramm miteinander verbindet.
Die Herkunfts- und Besitzgeschichte führt zu den Familien Busca, Serbelloni und Sola Cabiati, aus deren Namen sich die heutige Bezeichnung des Decks entwickelte. Ergänzend werden seine Entstehung um 1491, die Überlieferung kolorierter und unkolorierter Exemplare sowie die kunsthistorische Bedeutung des vollständig erhaltenen Kartensatzes behandelt. Das Buch stellt dabei einen Zusammenhang zwischen der materiellen Geschichte des Decks und seiner späteren Wiederentdeckung her.
Ein weiterer Grundlagenbereich beschäftigt sich mit Peter Mark Adams’ Werk „The Game of Saturn“. Seine Deutung versteht das Sola Busca als ein hermetisch geprägtes System, in dem Saturn für Zeit, Grenze, Konzentration, Prüfung, Tod und Erneuerung steht. Innerhalb dieser Perspektive werden die Karten als Bilder eines Einweihungsprozesses gelesen. Erkenntnis erscheint nicht als bloßes Ansammeln von Informationen, sondern als eine Erfahrung, die den Menschen verändert, seine bisherigen Grenzen sichtbar macht und ihn zu einer neuen Form des Denkens und Handelns führt.
Daneben betrachtet der Band das Sola Busca im Zusammenhang mit der platonischen Magie und der Miniaturisierung von Geheimwissen. Umfangreiche philosophische und kosmologische Vorstellungen können demnach in einer begrenzten Anzahl von Bildern verdichtet werden. Die Karten bilden eine Art visuelles Gedächtnis, in dem sich Bedeutungen durch Gegenstände, Zahlen, Namen, Gesten, Körperhaltungen und räumliche Anordnungen erschließen. Das Deck wird deshalb auch mit einem „Buch ohne Worte“ vergleichbar, dessen Inhalt durch genaue Betrachtung und das Erkennen von Zusammenhängen zugänglich wird.
Die mögliche Nähe zu einem heidnischen Renaissance-Grimoire wird anhand des „Picatrix“ untersucht. Dabei geht es um ein Weltbild, in dem Sterne, Planeten, natürliche Vorgänge, menschliches Handeln und geistige Kräfte miteinander verbunden sind. Astrologische Magie, alchemistische Verwandlung und die Beziehung von Makrokosmos und Mikrokosmos bilden wichtige Vergleichsebenen. Das Sola Busca erscheint in diesem Zusammenhang als Ausdruck einer Epoche, die Natur, Religion, Philosophie und Magie noch nicht als vollständig getrennte Wissensbereiche betrachtete.
Weitere Kapitel behandeln die Hofkarten, Alexander den Großen, Georgios Gemistos Plethon und Plutarch. Alexander steht dabei für die Verbindung von Herrschaft, geistiger Berufung und außergewöhnlicher Herkunft. Plethon verkörpert die Wiederbelebung platonischer und antiker religiöser Vorstellungen in der Renaissance. Plutarch eröffnet mit seinen Biographien, philosophischen Schriften und religiösen Betrachtungen einen Zugang zu jener Verbindung von Geschichte, moralischem Beispiel und kosmischer Ordnung, die auch für die Bildwelt des Sola Busca bedeutsam ist.
Außerdem werden die Familie Este und die gebildeten Eliten Norditaliens als möglicher kultureller Adressatenkreis betrachtet. Das Kartenwerk setzt eine Umgebung voraus, in der antike Namen, politische Erinnerungen, mythologische Erzählungen und philosophische Anspielungen verstanden werden konnten. Die Bilder erscheinen dadurch als Teil einer höfischen Kultur, die Unterhaltung, Bildung und symbolische Selbstdarstellung miteinander verband.
Ein weiterer Abschnitt verfolgt den Einfluss des Sola Busca auf das Rider-Waite-Smith-Tarot und andere spätere Decks. Dabei wird sichtbar, wie einzelne Kompositionen und Bildideen aus dem Renaissance-Tarot in die moderne Tarotikonographie eingingen. Pamela Colman Smith griff Motive auf, gestaltete sie neu und überführte sie in eine andere symbolische Sprache. Auf diesem Weg wirkten Bilder des Sola Busca über Jahrhunderte hinweg weiter.
Den Hauptteil des Bandes bildet die vollständige Untersuchung der Kleinen Arcana. Jede der vier Farben besteht aus den Zahlenkarten vom As bis zur Zehn sowie aus Bube, Ritter, Königin und König. Die einzelnen Bilder zeigen Gegenstände, menschliche Figuren, Tiere, Pflanzen, Werkzeuge und ungewöhnliche Handlungen. Ihre Bedeutung wird aus der sichtbaren Gestaltung, ihrer Stellung innerhalb der jeweiligen Reihe und ihrem Verhältnis zu den übrigen Farben entwickelt.
Die Stäbe bilden die erste Farbreihe. Sie stehen für Energie, Antrieb, Wachstum, Bearbeitung und Hervorbringung. Ihre Bildwelt verbindet feuerartige Kräfte mit landwirtschaftlichen und handwerklichen Vorgängen. Der Stab kann Werkzeug, Träger einer Bewegung oder Mittel der Formung sein. Die Reihe beschreibt, wie ein ursprünglicher Impuls hervortritt, sich vervielfacht, auf Widerstände trifft und durch Begrenzung eine konkrete Gestalt gewinnt. Energie erscheint dabei nicht als ungerichtete Kraft, sondern als etwas, das kultiviert, konzentriert und verantwortlich eingesetzt werden muss.
In der hermetischen und alchemistischen Betrachtung verkörpern die Stäbe den Beginn eines Verwandlungsprozesses. Etwas wird in Bewegung gesetzt, erhitzt, bearbeitet oder zum Wachstum gebracht. Die Entwicklung führt vom ersten Auftreten einer Kraft über ihre Gliederung und Prüfung bis zu ihrer menschlichen Verkörperung in den Hofkarten. Dort wird aus dem abstrakten Impuls eine persönliche Haltung. Der Mensch lernt, schöpferische Kraft zu tragen, ihr eine Richtung zu geben und sie in eine wirksame Form zu überführen.
Die Schwerter bilden die Sphäre des Denkens, Unterscheidens, Trennens und Entscheidens. Ihre Kraft schafft Klarheit, indem sie Grenzen zieht und Unterschiede sichtbar macht. Zugleich steht das Schwert für Urteil, Konflikt, Konsequenz und die Fähigkeit, eine unübersichtliche Situation zu ordnen. Die Reihe zeigt Erkenntnis als einen Prozess, der nicht nur erhellend, sondern auch einschneidend sein kann. Jede klare Entscheidung schließt andere Möglichkeiten aus und verlangt deshalb Verantwortung.
Innerhalb des Gesamtweges übernehmen die Schwerter die Aufgabe, das durch die Stäbe Hervorgebrachte zu prüfen und zu unterscheiden. Sie untersuchen, was Bestand haben kann, was getrennt werden muss und welche Ordnung aus einer Auseinandersetzung hervorgeht. In den Hofkarten entwickelt sich daraus eine menschliche Form geistiger Autorität. Denken wird hier nicht als bloße Theorie verstanden, sondern als Fähigkeit zu urteilen, eine Grenze zu setzen und die Folgen des eigenen Urteils zu tragen.
Die Kelche führen in den Bereich von Beziehung, Empfänglichkeit, Erinnerung und innerer Bewegung. Das Gefäß ist dabei das zentrale Symbol. Es kann etwas aufnehmen, umschließen, bewahren oder weitergeben. Seine Bedeutung liegt nicht nur in einem möglichen Inhalt, sondern vor allem in der Grenze zwischen innen und außen. Erst durch diese Grenze entsteht ein geschützter Raum, in dem Erfahrungen gesammelt und miteinander verbunden werden können.
Die Kelchreihe entfaltet daher eine Bildwelt des Austauschs und der seelischen Formung. Strömung, Musik, Berührung, Verbindung und Bewahrung treten miteinander in Beziehung. Empfänglichkeit bedeutet dabei nicht grenzenlose Offenheit, sondern die Fähigkeit, Eindrücke aufzunehmen, ohne die eigene Form zu verlieren. Die Entwicklung der Reihe führt zu einer reifen Verantwortung für das, was einem Menschen innerlich anvertraut ist. In den Hofkarten wird diese Fähigkeit zu einer persönlichen Haltung, die Nähe und Abstand, Offenbarung und Geheimhaltung sowie Gefühl und Form miteinander verbindet.
Die Münzen bilden schließlich die Sphäre der Verkörperung, Dauer und materiellen Ordnung. Sie geben den Bewegungen der anderen Farben Gewicht und Beständigkeit. Während die Stäbe einen Impuls hervorbringen, die Schwerter unterscheiden und die Kelche Beziehungen gestalten, sorgen die Münzen dafür, dass daraus eine tragfähige Form entsteht. Sie stehen für Arbeit, Gestaltung, Begrenzung, Besitz, Verantwortung und die sichtbaren Folgen menschlichen Handelns.
Die Münzreihe zeigt, wie etwas in der Welt Gestalt annimmt und über einen längeren Zeitraum erhalten werden kann. Dabei geht es nicht allein um äußeren Reichtum. Materie erscheint als Träger von Erinnerung, Ordnung und Verantwortung. Formen müssen geschaffen, geordnet und bewahrt werden. Die Hofkarten führen diese Entwicklung zu einer verkörperten Souveränität, die ihre Kräfte sammelt und etwas Dauerhaftes hinterlässt.
Die vier Farbreihen bilden gemeinsam einen umfassenden Entwicklungszusammenhang. Die Stäbe erzeugen den Impuls, die Schwerter prüfen und unterscheiden, die Kelche schaffen Beziehung und inneren Zusammenhang, und die Münzen verleihen dem Ergebnis eine beständige Form. Keine Farbe steht für sich allein. Erst ihr Zusammenspiel beschreibt den vollständigen Weg von einer ursprünglichen Möglichkeit bis zu ihrer Verkörperung in der Welt.
Auch die Zahlen strukturieren diesen Weg. Das As bezeichnet jeweils den Ursprung einer Kraft. Die folgenden Zahlen entfalten Spannung, Verbindung, Wachstum, Ordnung, Belastung, Prüfung und zunehmende Vielheit. Mit der Zehn erreicht die jeweilige Zahlenreihe ihre größte Ausdehnung. Anschließend übertragen die vier Hofkarten ihre Grundqualität auf menschliche Rollen und Entwicklungsstufen. Der Bube verkörpert einen Anfang, der Ritter bringt die Kraft in Bewegung, die Königin verdichtet und bewahrt sie, und der König trägt sie als sichtbare Verantwortung nach außen.
Band II versteht die Kleinen Arcana damit nicht als nebensächliche Ergänzung der Großen Arcana. Sie bilden vielmehr die Ebene, auf der geistige, seelische und kosmische Kräfte in konkrete Prozesse übergehen. Hier wird aus Erkenntnis eine Handlung, aus Möglichkeit eine Erfahrung und aus einer Idee eine dauerhafte Gestalt. Die Karten beschreiben Arbeit, Auseinandersetzung, Beziehung und Verkörperung als grundlegende Bereiche menschlicher Entwicklung.
In seiner Gesamtheit präsentiert der Band die Kleinen Arcana als ein geschlossenes System von 56 Bildern, in dem Renaissancekultur, antike Überlieferung, höfische Welt, Alchemie und hermetische Philosophie zusammenwirken. Die vier Reihen erzählen von der Entstehung, Prüfung, Verbindung und Verwirklichung menschlicher Kräfte. Dadurch wird das Sola Busca zu einem visuellen Entwicklungsweg, der nicht nur verborgene Erkenntnis sucht, sondern danach fragt, wie diese Erkenntnis im Denken, Fühlen, Handeln und in der sichtbaren Welt Gestalt annehmen kann.
*******
Allgemeine Rezension
Rezension: Sola Busca Tarot – Band II: Die Kleinen Arcana
Mit „Sola Busca Tarot – Band II: Die Kleinen Arcana“ setzt Volker H. Schendel seine umfassende Beschäftigung mit einem der bedeutendsten historischen Tarotdecks fort. Während Band I den Großen Arcana gewidmet ist, richtet sich der Blick nun auf die 56 Kleinen Arcana. Das Buch erschließt die vier Farbreihen Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen als eigenständigen und zugleich zusammenhängenden Bildkosmos.
Der Band beginnt mit einer fundierten Einführung in die Geschichte und das kulturelle Umfeld des Sola-Busca-Tarots. Seine Entstehung im Norditalien des späten 15. Jahrhunderts wird mit der höfischen Kultur, dem Renaissance-Humanismus und der Wiederentdeckung antiken Wissens verbunden. Dadurch erscheint das Deck als Zeugnis einer Epoche, in der Kunst, Philosophie, Geschichte, Astrologie und Naturbetrachtung auf besondere Weise zusammenwirkten.
Auch die Herkunfts- und Besitzgeschichte erhält einen wichtigen Platz. Die Verbindung zu den Familien Busca, Serbelloni und Sola Cabiati erklärt die heutige Bezeichnung des Decks und führt zugleich vor Augen, welch bemerkenswerte Reise diese Bilder durch die Jahrhunderte zurückgelegt haben. Das Sola Busca wird damit sowohl als geistiges Bildsystem als auch als materielles Kunstwerk mit einer außergewöhnlichen Überlieferungsgeschichte vorgestellt.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die hermetische Interpretation Peter Mark Adams’. Seine Betrachtung des Decks als „Spiel des Saturn“ eröffnet einen umfassenden Zugang zu den wiederkehrenden Themen Zeit, Grenze, Prüfung, Geheimnis und Verwandlung. Die Kleinen Arcana erscheinen innerhalb dieses Deutungsrahmens als Bilder eines Entwicklungsweges, auf dem Erkenntnis nicht nur aufgenommen, sondern erfahren, bewahrt und in eine konkrete Lebensform überführt wird.
Das Buch zeigt anschaulich, wie komplexes Wissen in Bildern verdichtet werden kann. Die Karten gleichen einem visuellen Gedächtnis, in dem Gegenstände, Zahlen, Gesten, Tiere, Pflanzen, Werkzeuge und räumliche Anordnungen Bedeutung tragen. Sie laden dazu ein, genau hinzusehen und die Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen wahrzunehmen. Auf diese Weise wird das Sola Busca als „Buch ohne Worte“ verständlich, dessen Bildsprache sich durch aufmerksame Betrachtung erschließt.
Die Einbindung platonischer, neuplatonischer und hermetischer Vorstellungen verleiht dem Band eine besondere gedankliche Tiefe. Ergänzend werden Verbindungen zur astrologischen Magie, zur Alchemie und zum „Picatrix“ dargestellt. Im Hintergrund steht ein Weltverständnis, nach dem Mensch, Natur und Kosmos Teile einer umfassenden Ordnung sind. Sichtbare Vorgänge können dadurch zugleich Ausdruck innerer oder geistiger Prozesse sein.
Historische Persönlichkeiten und Gelehrte wie Alexander der Große, Georgios Gemistos Plethon und Plutarch erweitern diesen geistigen Horizont. Ihre Lebensgeschichten und Ideen machen deutlich, wie stark sich die Renaissance mit antiker Geschichte, Philosophie und Religion auseinandersetzte. Die Karten werden so in eine lebendige Kultur des Erinnerns, Deutens und Neuerfindens eingebettet.
Den Mittelpunkt des Bandes bildet die ausführliche Betrachtung der vier Farbreihen. Jede von ihnen verkörpert einen eigenen Erfahrungsbereich. Die Stäbe stehen für Antrieb, Wachstum, schöpferische Kraft und die Fähigkeit, etwas hervorzubringen. Ihre Energie setzt Entwicklungen in Gang und verwandelt ursprüngliche Möglichkeiten in gerichtete Bewegung.
Die Schwerter führen in die Welt des Denkens, Unterscheidens und Entscheidens. Sie schaffen Klarheit, indem sie Grenzen sichtbar machen und unterschiedliche Möglichkeiten voneinander trennen. Erkenntnis erscheint dabei als eine wirksame Kraft, die Orientierung ermöglicht und verantwortliches Handeln vorbereitet.
Die Kelche verkörpern Beziehung, Empfänglichkeit, Erinnerung und inneres Erleben. Das Gefäß wird zum Sinnbild eines geschützten Innenraums, der Erfahrungen aufnehmen, bewahren und weitergeben kann. Dadurch gewinnt die Kelchreihe eine besondere Nähe zu den Themen Vertrauen, Verbindung und seelische Reifung.
Die Münzen stehen für Verkörperung, Arbeit, Dauer und materielle Gestaltung. Sie verleihen den Kräften der anderen Farben Festigkeit und sichtbare Form. Ideen, Entscheidungen und Beziehungen werden in der Welt wirksam, indem sie Gestalt annehmen und Verantwortung begründen.
Im Zusammenspiel ergeben die vier Reihen ein überzeugendes Gesamtbild. Die Stäbe setzen eine Kraft frei, die Schwerter geben ihr Klarheit, die Kelche schaffen Verbindung und die Münzen führen sie zu einer beständigen Form. Auf diese Weise beschreiben die Kleinen Arcana einen umfassenden Weg von der ersten Möglichkeit bis zur konkreten Verwirklichung.
Auch die Struktur der Zahlen- und Hofkarten wird anschaulich entfaltet. Die Zahlenkarten zeigen, wie sich die jeweilige Grundkraft entwickelt, vervielfältigt und bewährt. Die Hofkarten führen diese Kräfte in menschliche Rollen und Haltungen über. Aus einem abstrakten Prinzip wird eine Aufgabe, die von einer Person getragen und verantwortlich verkörpert werden kann.
Bemerkenswert ist außerdem die Darstellung der Wirkungsgeschichte des Sola Busca. Der Einfluss auf das Rider-Waite-Smith-Tarot macht sichtbar, wie Bildideen aus der Renaissance Jahrhunderte später erneut aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Dadurch erscheint das Deck als wichtige Brücke zwischen historischem und modernem Tarot.
„Sola Busca Tarot – Band II: Die Kleinen Arcana“ vermittelt ein weit gespanntes Panorama aus Kunstgeschichte, Renaissancekultur, Philosophie und hermetischer Symbolik. Das Werk macht deutlich, dass die Kleinen Arcana einen wesentlichen Teil des gesamten Bildprogramms bilden. In ihnen wird sichtbar, wie geistige und seelische Kräfte in alltägliche Erfahrung, konkrete Handlung und bleibende Gestaltung übergehen.
Der Band lädt dazu ein, die 56 Karten als zusammenhängenden Entwicklungsweg zu betrachten. Aus Energie wird Richtung, aus Erkenntnis wird Entscheidung, aus Beziehung wird innere Form und aus Möglichkeit wird sichtbare Wirklichkeit. So entsteht das Bild einer Welt, in der jedes Handeln Teil eines größeren Zusammenhangs ist.
Damit bietet Band II eine kenntnisreiche und inspirierende Erschließung der Kleinen Arcana. Das Sola Busca zeigt sich als außergewöhnliches Kunstwerk der Renaissance und zugleich als vielschichtiges Instrument der Betrachtung. Seine Bilder erzählen von Veränderung, Verantwortung und der menschlichen Fähigkeit, Erkenntnis in eine tragfähige Form des Lebens zu verwandeln.
*******
18-25
Wenn die Renaissance einen Gruppenchat hätte
„Sola Busca Tarot – Band II: Die Kleinen Arcana“ klingt zunächst ein wenig nach einem Buch, das man in einer geheimen Bibliothek findet, nachdem man versehentlich den falschen Kerzenleuchter gedreht hat. Tatsächlich steckt darin eine erstaunlich lebendige Mischung aus Kunst, Geschichte, Philosophie, Alchemie und menschlichem Alltagschaos. Nur eben im eleganten Renaissance-Look.
Im Mittelpunkt stehen die 56 Kleinen Arcana des Sola-Busca-Tarots. „Klein“ bedeutet hier allerdings nicht „unwichtig“. Das wäre ungefähr so, als würde man behaupten, die 47 ungelesenen Nachrichten im Uni-Gruppenchat seien unwichtig. Die Kleinen Arcana beschäftigen sich mit den Kräften, aus denen das tägliche Leben besteht: anfangen, handeln, nachdenken, entscheiden, fühlen, Beziehungen gestalten, arbeiten und am Ende hoffentlich irgendetwas zustande bringen.
Das Sola Busca entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Norditalien. Damals gab es weder Instagram noch LinkedIn, trotzdem wussten die Menschen bereits ziemlich genau, wie wichtig ein starkes Bild und ein überzeugender öffentlicher Auftritt sein können. Wohlhabende Familien, Gelehrte und Herrscher präsentierten sich mit Kunst, antiken Vorbildern und möglichst beeindruckenden Ideen. Persönliches Branding gab es also schon lange vor dem ersten Profilbild.
Das Buch führt mitten hinein in diese Welt. Antike Persönlichkeiten treffen auf Renaissance-Philosophie, astrologische Vorstellungen und geheimnisvolle Symbole. Das Ergebnis wirkt stellenweise wie ein riesiges Crossover: Geschichte begegnet Mythologie, Alchemie trifft Politik und alle diskutieren gemeinsam darüber, wie der Kosmos funktioniert. Das Marvel-Universum kann einpacken – die Renaissance hatte bereits ihr eigenes Multiversum.
Besonders faszinierend ist die Vorstellung des Tarots als „Buch ohne Worte“. Die Karten erklären ihre Bedeutung nicht mit Captions, Hashtags oder einem dreiminütigen Tutorial. Man muss selbst hinschauen, Details wahrnehmen und Verbindungen herstellen. Im Grunde handelt es sich um visuelles Storytelling, nur ohne Skip-Button und Werbeunterbrechung.
Die vier Farbreihen bilden dabei ein erstaunlich alltagstaugliches System. Die Stäbe stehen für Energie, Ideen, Aufbruch und Tatendrang. Das ist jener Moment, in dem man nachts um zwei plötzlich überzeugt ist, eine App zu entwickeln, einen Podcast zu starten und nebenbei Italienisch zu lernen. Die Stäbe liefern den Funken und sagen: „Los, wir machen das jetzt!“
Dann kommen die Schwerter und stellen jene Fragen, die man in der ersten Euphorie erfolgreich ignoriert hat: Ist die Idee sinnvoll? Was hat Priorität? Welche Entscheidung muss getroffen werden? Schwerter sind gewissermaßen der innere Faktencheck. Sie bringen Klarheit, ziehen Grenzen und verwandeln „Ich müsste irgendwann mal“ in eine konkrete Entscheidung.
Die Kelche kümmern sich um Gefühle, Beziehungen, Vertrauen und alles, was sich nicht mit einer Tabellenkalkulation lösen lässt. Sie erinnern daran, dass Menschen keine perfekt organisierten Projektordner sind. Wir nehmen Erfahrungen auf, bewahren Erinnerungen, bauen Verbindungen auf und versuchen herauszufinden, ob eine Nachricht mit „Okay.“ wirklich nur „Okay“ bedeutet. Spoiler: Manchmal schon.
Die Münzen bringen schließlich alles in die reale Welt. Sie stehen für Arbeit, Form, Verantwortung und Beständigkeit. Denn eine großartige Idee ist wunderbar – bis Miete, Deadline und Akkustand gleichzeitig bei fünf Prozent stehen. Die Münzen sorgen dafür, dass aus Inspiration tatsächlich etwas wird. Sie sind die Farbe des Umsetzens, Dranbleibens und Fertigwerdens.
Zusammen funktionieren die vier Reihen fast wie ein gutes Lebensmanagement-System: Die Stäbe haben die Idee, die Schwerter prüfen sie, die Kelche fragen, wie es allen damit geht, und die Münzen erstellen den Finanzierungsplan. Oder anders gesagt: Eine Person schlägt im Gruppenchat einen Wochenendtrip vor, eine zweite vergleicht Zugverbindungen, eine dritte fragt, ob wirklich alle mitkommen können, und eine vierte erinnert daran, dass das Apartment noch gebucht werden muss.
Der Band zeigt außerdem, wie sich diese Kräfte entwickeln. Etwas beginnt klein, wird komplexer, trifft auf Hindernisse und gewinnt schließlich eine menschliche Form. Aus Energie wird Verantwortung, aus Denken wird Urteilskraft, aus Gefühl wird Beziehungsfähigkeit und aus Materie wird Gestaltung. Das klingt groß, beschreibt aber auch ganz normale Erfahrungen: Studium, Berufseinstieg, Freundschaften, Trennungen, Neuanfänge und den Versuch, einen funktionierenden Alltag aufzubauen.
Auch Saturn spielt als große Hintergrundfigur eine wichtige Rolle. Dabei geht es um Zeit, Grenzen, Prüfungen und Veränderung. Saturn ist ein bisschen wie die kosmische Version einer Deadline: nicht unbedingt laut, aber sehr zuverlässig. Er erinnert daran, dass Entwicklung Zeit braucht, dass nicht alles gleichzeitig möglich ist und dass Begrenzungen manchmal erst dafür sorgen, dass etwas eine klare Form bekommt.
Alchemie erscheint im Buch ebenfalls in einem spannenden Licht. Sie bedeutet hier weit mehr als den Versuch, Metall in Gold zu verwandeln. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass Veränderung durch Arbeit, Konzentration und verschiedene Entwicklungsstufen entsteht. Im Grunde ist das die Renaissance-Version von persönlichem Wachstum – nur mit mehr Öfen, Gefäßen und geheimnisvollen Symbolen.
Ein besonders reizvoller Teil des Buches betrifft die Verbindung zum Rider-Waite-Smith-Tarot. Bildideen des Sola Busca tauchten Jahrhunderte später in neuer Gestalt wieder auf. Man könnte sagen: Das Sola Busca lieferte Inspiration, lange bevor „inspiriert von“ zu einer höflichen Umschreibung für Trends wurde. Seine Motive reisten durch die Zeit und prägen bis heute die Vorstellung davon, wie Tarot aussehen kann.
„Sola Busca Tarot – Band II: Die Kleinen Arcana“ macht aus einem historischen Kartensatz eine Reise durch die großen und kleinen Baustellen des Menschseins. Es geht um Ideen, Entscheidungen, Gefühle, Arbeit, Macht, Verantwortung und Veränderung – also ungefähr um alles, womit man zwischen 18 und 25 ohnehin beschäftigt ist, während man nebenbei versucht herauszufinden, wie eine Steuererklärung funktioniert.
Der Band zeigt, dass 500 Jahre alte Bilder überraschend aktuell wirken können. Die Kleidung hat sich verändert, die Technik ebenso, doch Menschen kämpfen noch immer mit Impulsen, Zweifeln, Beziehungen, Verantwortung und der Frage, was sie aus ihren Möglichkeiten machen sollen. Das Sola Busca liefert darauf keine schnellen Motivationssprüche. Es bietet etwas Spannenderes: einen ganzen Bildkosmos, in dem man Zusammenhänge entdecken und das eigene Leben aus einer neuen Perspektive betrachten kann.
So wird Band II zu einer unterhaltsamen Begegnung mit Geschichte, Kunst und Philosophie. Er beweist, dass die Renaissance keineswegs nur aus ernsten Porträts und Menschen in unbequemen Strumpfhosen bestand. Sie war auch eine Zeit voller Ideen, Experimente und großer Fragen. Und vielleicht hätte sie heute tatsächlich einen Gruppenchat – vermutlich mit sehr vielen Symbolen, langen Sprachnachrichten und mindestens einer Person, die ständig „Saturn“ als Erklärung für alles nennt.
Volker Schendel – Ministerialrat i. R. – geb. 1949 – ehemals Justititiar des niedersächsischen Wirtschaftsministerium – Astrologieausbildung bei Nikolaus Klein – Mitbegründer von: Institut für Homöopathie Celle – Naturheilverein Bad Pyrmont – Bridgeclub Velber. Im Ministerium zuständig für die im Auftrag des Ministeriums erstellte Dokumentation der Besonderen Therapierichtungen und natürlichen Heilweisen – Herausgeber der Apokryphen der Astrologie – Autor der Dissertation „Astrologie und Recht“ (non rite) – Veranstalter des Astrologischen Forschungstags in Hannover. – Begründer und Leiter des Bürgertreff Gesundheit Hannover. – Betreiber des Youtubekanals „Kosmologie – Mikronährstoffe“.
Hinweis Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann – so das LG – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Wir haben auf diesen Seiten Links zu anderen Seiten im Internet gelegt. Für all diese Links gilt: Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten haben. Deshalb distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich von allen Inhalten der gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf unseren Seiten angebrachten Verweise. Sollten die hier veröffentlichten Bilder irgendwelche Urheberrechte verletzen, bitten wir um kurze Benachrichtigung. Die betreffenden Bilder werden dann unverzüglich entfernt.
Als Datenschutzerklärung für diese Hauptdomain „vonabisw.de“ und alle subdomains von „vonabisw“gilt dieser
Alle Inhalte unseres Internetauftritts wurden mit größter Sorgfalt und nach bestem Gewissen erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt.
Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntniserlangung einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von den o.g. Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte unverzüglich entfernen.
Haftungsbeschränkung für externe Links
Unsere Webseite enthält Links auf externe Webseiten Dritter. Auf die Inhalte dieser direkt oder indirekt verlinkten Webseiten haben wir keinen Einfluss. Daher können wir für die „externen Links“ auch keine Gewähr auf Richtigkeit der Inhalte übernehmen. Für die Inhalte der externen Links sind die jeweilige Anbieter oder Betreiber (Urheber) der Seiten verantwortlich.
Die externen Links wurden zum Zeitpunkt der Linksetzung auf eventuelle Rechtsverstöße überprüft und waren im Zeitpunkt der Linksetzung frei von rechtswidrigen Inhalten. Eine ständige inhaltliche Überprüfung der externen Links ist ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht möglich. Bei direkten oder indirekten Verlinkungen auf die Webseiten Dritter, die außerhalb unseres Verantwortungsbereichs liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall nur bestehen, wenn wir von den Inhalten Kenntnis erlangen und es uns technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern.
Diese Haftungsausschlusserklärung gilt auch innerhalb des eigenen Internetauftrittes „vonabisw“ und aller damit verbundenen subdomains – gesetzten Links und Verweise von Fragestellern, Blogeinträgern, Gästen des Diskussionsforums. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargestellten Informationen entstehen, haftet allein der Diensteanbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist.
Werden uns Rechtsverletzungen bekannt, werden die externen Links durch uns unverzüglich entfernt.
Urheberrecht
Die auf unserer Webseite veröffentlichen Inhalte und Werke unterliegen dem deutschen Urheberrecht (http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/urhg/gesamt.pdf(link is external)) . Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung des geistigen Eigentums in ideeller und materieller Sicht des Urhebers außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Urhebers i.S.d. Urhebergesetzes (http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/urhg/gesamt.pdf(link is external) ). Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch erlaubt. Sind die Inhalte auf unserer Webseite nicht von uns erstellt wurden, sind die Urheberrechte Dritter zu beachten. Die Inhalte Dritter werden als solche kenntlich gemacht. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte unverzüglich entfernen.